Die Bibel lesen in Baselbieter Mundart – diesem frommen Wunsch ist man ein Stück näher gekommen: Am Mittwoch war Vernissage für den neusten Band «S Johannes-Evangeelium und d Johannesbrief uf Baaselbieterdütsch». Damit wird die Reihe fortgesetzt, die 1998 mit dem Lukas-Evangelium, 2002 mit der Apostelgeschichte und 2009 dem ersten und zweiten Korintherbrief begonnen hat.

Langjährige Arbeit

Die Bibel ist das Buch, das weltweit in die meisten Sprachen übersetzt worden ist. Die Bibelgesellschaft Baselland ist Herausgeberin der Bibel-Übersetzung in den Baselbieter Dialekt. In ihrem Auftrag hat eine siebenköpfige Übersetzergruppe einige Jahre an dieser Baselbieter Fassung des Johannes-Evangeliums gearbeitet und sich den zahlreichen Schwierigkeiten gestellt, die ein solches Unternehmen mit sich bringt. Gerade das Johannes-Evangelium gehört zu den sprachlich anspruchsvolleren Texten der Bibel. Dies hat sich bei der Übersetzungsarbeit immer wieder gezeigt.

In Liestaler Mundart

Das Resultat der grossen Arbeit liegt jetzt vor: ein angenehm zu lesender Mundart-Text, der auch schwierige Passagen des Originaltextes verständlich umschreibt. Da es keine einheitliche Baselbieter Mundart gibt, hat das Übersetzerteam – wie bei den schon vorher erschienenen Bänden – die Liestaler Mundart gewählt; Liestal liege in der Mitte «zwüsche Schöönebuech und Ammel», wie im Vorwort zu lesen ist. Ferner sind für die Schreibweise die Diethschen Richtlinien zur Anwendung gekommen, die eine genaue phonetische Schreibweise verlangen.

Eine kleine Probe:

«Und wider het Jesus zu iine gsäit: Iich bi s Liecht vo der Wält. Wär mit miir chunnt, mues nit im Finschteren umenanderiire, nääi, er het s Liecht vom Lääbe.»

Die Baselbieter Mundartbibeln eignen sich besonders zum Vorlesen – auch im Gottesdienst und in der Familie. Weil die Sprache gut verständlich ist, können sie auch Kinder verstehen. Dies ist das eine Anwendungsgebiet. Das andere: Viele Leute im Baselbiet haben einfach Freude an unserem schönen Dialekt. Die Sprache ist ja einem ständigen Wandel unterworfen. Mit dem neuen Johannes-Evangelium und den drei Johannesbriefen ist auch ein Zeitzeugnis unserer Sprache entstanden zu Beginn des 21. Jahrhunderts. (bz)

Das neue Johannes-Evangelium mit den Johannesbriefen «Baaselbieterdütsch» ist erschienen im Verlag «Mis Buech» Sissach und kann in jeder Buchhandlung zum Preis von 20 Franken bezogen werden.