Finanzen

Das Kantonsspital Baselland hat zu wenig Kapital – jetzt schlagen Landräte Alarm

Die Sorge ums angeschlagene KSBL ist in der Politik des Landkantons gross. (Archiv)

Das Polster des Kantonsspital Baselland beträgt noch 68 Millionen Franken. Viel zu wenig, findet die Finanzkommission.

Die Sorge ums angeschlagene Kantonsspital Baselland (KSBL) ist in der Politik des Landkantons gross. Die längerfristige Finanzsituation des Spitals sei die grösste Herausforderung im Verantwortungsbereich der Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion (VGD), konstatiert die landrätliche Finanzkommission (Fiko) in ihrem Bericht zur Jahresrechnung 2018. Ende 2018 verfügte das KSBL noch über Eigenkapitalreserven von 68,2 Millionen Franken.

VGD-Vorsteher Thomas Weber hat nach der gescheiterten Abstimmung zur Spitalfusion angekündigt, ein Darlehen des Kantons von 153 Millionen Franken in Eigenkapital des Spitals umwandeln zu wollen. Ob dieser buchhalterische Trick funktioniert und ob er ausreicht, das KSBL auf soliden Boden zu stellen, ist umstritten. Es seien umfangreiche Sanierungsmassnahmen notwendig, betont die Subkommission der Fiko, die das KSBL unter die Lupe genommen hat. Sie übt harsche Kritik: Man habe wiederholt auf Kapitalisierungsprobleme des KSBL hingewiesen; den Empfehlungen wurde jedoch nicht nachgelebt.

Die kantonale Finanzkontrolle, welche die Rechnung ebenfalls überprüft hat, schreibt, dass sie das Eigenkapital des KSBL derzeit nicht bewerten könne. Dies sei erst möglich, wenn die neue Strategie des KSBL vorliegt. Am 28. Juni wird der Verwaltungsrat der Regierung seinen Bericht mit Vorschlägen zur Zukunft des Spitals unterbreiten. Gemäss Informationen der bz wird das KSBL am 5. Juli – rund zwei Monate später als üblich – seinen Geschäftsbericht 2018 publizieren. Dann weiss die Öffentlichkeit, wie es um das KSBL finanziell steht.

Erneut Marktanteile eingebüsst

Dem Fiko-Bericht sind dazu interessante Informationen zu entnehmen: Es sei evident, dass das KSBL weiter an Umsatz und Marktanteilen verliere. So ist 2018 der Anteil des KSBL an den Akutsomatik-Kosten, die der Kanton gemäss Gesetz tragen muss, wiederum deutlich gefallen. Mit anderen Worten: Das KSBL hat bei den Baselbieter Patienten weiter an Marktanteilen eingebüsst.

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