Katzenheim

Das Katzenasylheim zieht von Basel nach Muttenz

Nach bald 90-jährigem Bestehen zieht der Tierschutzbund Basel (TSB) aus der Stadt nach Muttenz an die Prattelerstrasse 5.

Nach bald 90-jährigem Bestehen zieht der Tierschutzbund Basel (TSB) aus der Stadt nach Muttenz an die Prattelerstrasse 5.

Das Katzenheim in Basel ist zu klein und verfällt. Ein neuer Standort ist gefunden: In zwei Jahren soll es in Muttenz stehen. Doch dem Tierschutzbund Basel fehlt noch das Geld für den Umzug.

Nach bald 90-jährigem Bestehen zieht der Tierschutzbund Basel (TSB) aus der Stadt nach Muttenz an die Prattelerstrasse 5. Das Katzenheim an der Schillerstrasse30 ist marode: «Die Fassade bröckelt und die Sanierung des alten Hauses ist uns zu teuer», erklärt Alessandro Valli, TSB-Vizepräsident.

Der befreundete Architekt Beni Vonesch riet Valli von der unter Denkmalschutz stehenden Liegenschaft ab: «Was willst du da noch Geld reinstecken?! Das ist endlos!»

Das Haus im Basler Gundeldinger Quartier, einst als Legat erhalten, ist nicht nur ein Sanierungsfall – mit bis zu 300 Katzen pro Jahr ist das Heim zu klein und entspricht nicht mehr den Tierschutzstandards, die der TSB selbst bei anderen einfordert. «Uns geht es darum, dass die Katzen auch artgerecht leben können und nicht bloss in Käfigen versorgt werden», sagt Anouk Benziad, Leiterin des Katzenheims.

Mehr Platz für 100 Katzen

Die neue Liegenschaft bietet den Tieren mehr Platz: In einer Scheune entsteht ein dreistöckiges Katzenheim, das für rund 100 Katzen Platz bietet. «Früher hatte es im Stall Kühe – jetzt werden die Tiere etwas kleiner», witzelt Vonesch. Im anliegenden Wohnhaus gibt es Büros, Empfang, Quarantänestation und im dritten Stock eine Katzengeburtsstation samt Bereitschaftswohnung. Im Garten entsteht das Gehege für die Ferienkatzen unterirdisch, weil der Garten nicht überbaut werden darf.

Schmuckstück dürfte das Scheunentor bieten. Daraus soll ein Schaufenster werden, durch das die Passanten direkt ins Heim schauen und die Katzen beim Spielen beobachten können. Benzaid räumt mit dem Vorurteil auf, dass Katzen Einzelgänger wären – Freundschaften seien durchaus möglich. «Die Kater kommen gut untereinander aus, nur die Weibchen sind etwas zickig», weiss Benzaid.

Das Endziel sei aber nicht, dass die Tiere im Heim bleiben, sondern dass der TSB für die Tiere ein neues Zuhause findet.

Zwei Millionen Franken fehlen

Der Kauf der Liegenschaft und die Renovationsarbeiten werden total 2,2 Millionen Franken kosten. «Es ist ein bescheidenes Projekt», sagt Valli zwar, doch für den Verein ist die Finanzierung eine Herkulesaufgabe: Der TSB weist ein strukturelles Defizit von etwa 300000 Franken pro Jahr aus. Der gemeinnützige Verein bekommt keine Subventionen vom Staat. Er ist auf Spenden und Legate angewiesen – das sind aber keine planbaren Einnahmen.

Der TSB erhebt auch keine Aufnahmekosten. Darum bekommt er viele Tiere von Randständigen. Oft sind diese Tiere nicht geimpft und krank. Am meisten kostet den TSB denn auch die medizinische Versorgung der Katzen. Einnahmen macht der Tierschutzbund mit Ferienkatzen, mit dem Verkauf von Heimkatzen und durch Spenden.

Trotz angespannter Finanzlage: Das neue Heim soll in zwei Jahren bezugsbereit sein. Der TSB hat eigens eine Fundraisingagentur engagiert. Diese soll auf dem hart umkämpften Spendenmarkt mindestens 1,5 Millionen Franken sammeln. Mit dem Verkauf der alten Liegenschaft will der TSB etwa ein Drittel der Investition selber aufbringen. Doch diese Mittel fliessen erst am Schluss, wenn das marode Gebäude an der Schillerstrasse verkauft worden ist.

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