Als fiktive Heimat von HD Läppli ist Buckten für viele Schweizer so etwas wie der Inbegriff des Baselbiets. Höchst erstaunlich also, wurde in der 186-jährigen Geschichte des Landkantons bisher noch nie ein Politiker aus dem beschaulichen Dorf im Homburgertal zum «höchsten Baselbieter» gekürt.

Das ist seit Montag anders: Buckten feierte den aus der Innerschweiz stammenden, aber seit Jahren hier wohnhaften und seit 2008 als Gemeindepräsident amtierenden Peter Riebli am Landroots-Preesifescht. «Endlich hat meine Wahlheimat einen Landratspräsidenten», sagte Riebli in kantigem Obwaldner Dialekt.

Der Zufall will es, dass die Einwohner von Buckten auch den zweitwichtigsten Repräsentanten des Kantons im Amtsjahr 2019/2020 als «Einen von ihnen» bezeichnen können: Regierungspräsident Isaac Reber. Der Sissacher verriet seinerseits in breitem Oberbaselbieter Dialekt, dass seine Mutter aus Buckten stamme. Über SVP-Mann Riebli sagte Grünen-Regierungsrat Reber: Sprachlich sei es nicht gelungen, ihn im Baselbiet zu integrieren.

Später wurde Reber ernst: Das eindimensionale Bild, das von Riebli nach dessen Vorstoss zur Kürzung der Sozialhilfe gezeichnet wurde, werde ihm nicht gerecht. Gut, seien die Präsidiumswahlen nicht für Retourkutschen genutzt worden, kommentierte Reber das überraschend gute Resultat Rieblis am Morgen.

Rieblis kurze Ansprache schien geprägt von den Diskussionen um seine Person und den Sozialhilfe-Vorstoss, der 2018 landesweit für Schlagzeilen sorgte. «Wenn du unter massivem Beschuss stehst, dann weisst du, dass du am richtigen Ort gelandet bist», meinte Riebli.

Donnergrollen am Himmel über Buckten. Riebli spürte wohl, dass seine zwar mit Augenzwinkern vorgetragene aber doch recht angriffige Rede nicht überall gut ankam. Wie um sich zu entschuldigen, fügte er an: «Das war meine kleine Revanche dafür, dass ich als Erster Vize ein Jahr nichts sagen durfte.» Wobei sich Riebli als «höchster Baselbieter» nun auf ein weiteres Jahr politisches Eunuchentum einstellen muss.

Zum Glück waren kurz später die Gewitterwolken wie weggefegt: Da sangen SVPler und Vertreter von Rot-Grün in der Schuelmattenhalle gemeinsam und aus voller Kehle das Baselbieter Lied.