Die Sitzung des Liestaler Einwohnerrats vom Mittochabend zeigte in dieser Dichte wohl fast einmalig, wie alles miteinander zusammenhängt. Zuerst genehmigte der Rat mit «Cheddite» ohne Gegenstimme einen weiteren Quartierplan. Dies war allerdings seitens der SP und der Mittefraktion begleitet von Vorbehalten.

In den Worten von Sonja Niederhauser (EVP) tönte das so: «Die Verkehrssituation macht uns nach wie vor Bauchweh.» Ein paar Traktanden später überwies der Rat denn auch fast einstimmig ein Postulat von SP und Grünen an den Stadtrat, das Fahrverbot zwischen Liestal und Lausen und die Trennwand in der grenzunterschreitenden Einstellhalle im «Cheddite»-Projekt mit insgesamt 185 Wohnungen in Liestal und Lausen zu überprüfen, um grossen Umwegsverkehr zu vermeiden.

Stadtrat Franz Kaufmann (SP) zeigte sich zwar bereit, das Postulat zu übernehmen, verwies aber gleichzeitig auf die 150 Eingaben aus Lausen beim Mitwirkungsverfahren, die sich alle vor Mehrverkehr fürchteten; die «Mauer» in der Einstellhalle ist das Tribut an diese Ängste.

Das Bevölkerungswachstum führt aber nicht nur zu Mehrverkehr, sondern bringt auch die (Sport)Infrastruktur an ihre Grenzen. Resultat davon ist ein wiederum ohne Gegenstimme überwiesenes Postulat von Fabian Eisenring (SP), die Sanierung und Erweiterung der Sportanlage Gitterli zu überprüfen.

Die SP und die Mittefraktion wünschten sich vom Stadtrat auch mehr Dynamik, den Eingangsbereich der Verwaltung im Rathaus kundenfreundlicher umzugestalten. Stadtpräsident Lukas Ott (Grüne) gestand zwar nach einem selten geharnischten Rüffel an die SP für ihre neusten baulichen Forderungen Handlungsbedarf zu, verwies aber auf das derzeit mit all den laufenden Projekten ausgelastete Stadtbauamt.

Aber auch die «ernüchterte» Dominique Meschberger (SP) lief mit ihrem Anliegen nach einem Velostreifen auf der Kasernenstrasse auf. Stadtrat Kaufmann bezeichnete das Anliegen als berechtigt, sagte aber: «Vor 2025 können wir nichts machen. Wir haben so viele Verkehrsgeschichten zu lösen, da können wir nicht noch eine neue Front eröffnen.»