Birsfelden

Dem Kraftwerk droht die nächste Schlacht: Was grün ist, soll grün bleiben

Ursprünglich für ein drittes Schleusenbecken gedacht, jetzt aber mit Tennisplätzen, Familiengärten und einem Biotop belegt: Die Birsfelder Kraftwerk-Parzelle.

Ursprünglich für ein drittes Schleusenbecken gedacht, jetzt aber mit Tennisplätzen, Familiengärten und einem Biotop belegt: Die Birsfelder Kraftwerk-Parzelle.

Soll die Kraftwerk-Parzelle zur Grünzone werden? Diese Grundsatzfrage dürfte bald das Birsfelder Stimmvolk beantworten. Es gibt jedoch einen Haken an der Sache: Das Kraftwerk als Grundeigentümer weiss noch gar nichts von den Plänen.

Die Birsfelder stimmen wohl bald wieder über die Kraftwerk-Parzelle 1550 ab. Es könnte das letzte Mal gewesen sein. Das Gebiet, das ursprünglich für ein drittes Schleusenbecken reserviert worden war, soll von der Spezialzone Kraftwerk zur Grünzone wechseln – das verlangen zwei Privatpersonen. Sie haben ihren Antrag bereits bei der Gemeinde eingereicht. Über eine Vorlage könnte die Gemeindeversammlung frühestens im Dezember bestimmen.

Sagt die Versammlung Ja und gibt es von Seiten Kanton und Bund keine Einwände, wäre damit die Debatte über das Areal beendet, nach nunmehr bald vier Jahrzehnten. 2001 wollte die Kraftwerk Birsfelden AG als Landeigentümerin auf der Parzelle ein Hochhaus erstellen lassen, scheiterte mit dem Vorhaben jedoch am Widerstand des Volks.

Im Mai machte die bz bekannt, dass die Losinger Marazzi AG 2019 im Auftrag des Kraftwerks ein Entwicklungskonzept für die Parzelle 1550 erarbeitet hat. Dem Baukonzern schwebt eine Wohnüberbauung entlang des Schleusenkanals vor.

Antragssteller: «Areal der Spekulation entziehen»

Solchen Visionen wollen die zwei Antragssteller, Franz Büchler und Christoph Meury, ein für alle Mal ein Ende setzen: «Eine Zonenänderung soll die Parzelle 1550 der Spekulation nachhaltig entziehen», schreibt das Duo. Das Gebiet bleibe dann uneingeschränkt Naherholungszone für die Bevölkerung.
Eine Wohnnutzung wäre auf der Parzelle, die zur Spezialzone «Kraftwerk und Erholungseinrichtung» gehört, nicht erlaubt. Das Gelände, auf dem der Basler Schützenmattpark locker Platz hätte, ist grob dreigeteilt: Ein Viertel dient als Tennis-Trainingsgelände, ein Viertel ist mit Familiengärten belegt, auf der übrigen Fläche befindet sich ein Biotop samt Teich.

Das Biotop war bis anhin auch der Hauptgrund, weshalb jegliche Mutation auf der Parzelle erbittert bekämpft wurde. Es wurde 1983 von Freiwilligen angelegt. Sowohl das Turmprojekt 2001 wie auch die Pläne von Losinger Marazzi sahen vor, dass der Teich versetzt wird.

Boden ist nach wie vor in Privatbesitz

Die Antragssteller teilen auf Anfrage mit, sie hätten die Ortsparteien bereits informiert, Stellungnahmen stünden noch aus. Kraftwerksdirektor Sascha Jäger schreibt, er habe bislang von den Ideen nichts gewusst, er sei nicht kontaktiert worden. «Wir bieten Hand für Bestrebungen der Gemeinde, eine neue gemeinsame Nutzung für das Areal zu entwickeln.» Es handle sich jedoch immer noch um Boden im Privatbesitz des Kraftwerks. Zudem müsse beachtet werden, dass das Areal mit der Konzession des Kraftwerks im Zusammenhang stehe. «Beim Vorhaben, das Areal umzuzonen, könnten folglich auch das Bundesamt für Verkehr und das Bundesamt für Energie miteinbezogen werden.»

Der Birsfelder Gemeindepräsident Christof Hiltmann sagt, der Gemeinderat könne inhaltlich nicht vorgreifen. Der Antrag werde wohl Ende Juli oder Anfang August formell geprüft. Danach würde das weitere Vorgehen beschlossen.

Die beiden Antragssteller haben zwei weitere Anträge eingereicht. Zum einen wollen sie die Umgebung des Kraftwerks unter Schutz stellen, zum anderen fordern sie von der Gemeinde, dass sie eine Parzelle in der Nähe des Hafens erwirbt.

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