Kommentar

Deprimierend realistisch: Für ein mutigeres Konzept bräuchte es mehr Zeit, Geld und politische Mehrheitsverhältnisse

Keine Überraschungen für's Kantonsspital Baselland. (Symbolbild)

Die grosse Überraschung ist ausgeblieben. Die Baselbieter Regierung und die Gesundheitskommission des Landrats sehen für die Zukunft des Kantonsspitals jenen Umwandlungsprozess vor, der allgemein erwartet worden ist. Ein grosser Wurf ist dieser beileibe nicht. An den im Spitalgesetz vorgeschriebenen drei Standorten wird festgehalten. Das Bruderholz soll fit für den Wettbewerb im lukrativen Orthopädiemarkt gemacht werden, um damit das medizinische Zentrum in Liestal und die Laufner Aussenstelle querzufinanzieren. Die einzig unerwartete Komponente ist dabei die Standortverlegung des Spitals Laufen, die bereits vor Wochenfrist kommuniziert worden ist. Die sinnvollste Variante eines zentralen Spitalneubaus ist auf den St.-Nimmerleins-Tag verschoben; und damit auch die beste Voraussetzung für einen zweiten Anlauf, sich gemeinsam mit dem Basler Unispital überregional behaupten zu können.

Es leuchtet ein, dass für ein mutigeres Konzept weder Zeit, Geld noch politische Mehrheitsverhältnisse gegeben wären. Die Folgen dieser sehr realistischen, da rasch umsetzbaren Strategie sind gleichwohl deprimierend. Sowohl dem Kantonsspital Baselland wie dem Basler Universitätsspital bleibt von nun an nichts anderes übrig, als mit isoliertem Stückwerk über die Runden zu kommen. Damit steht spätestens jetzt fest, dass sich die Region Basel aus dem Wettrennen um die künftige Spitzenmedizin vorzeitig verabschiedet hat.

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