Kommentar

Der Autokanton Baselland sagt Nein: Es droht ein Stillstand

Die Langmattstrasse in Oberwil sollte von der Sackgasse zur Durchgangsstrasse werden.

Die Langmattstrasse in Oberwil sollte von der Sackgasse zur Durchgangsstrasse werden.

Reine Autoprojekte haben es im Baselbiet schwer, das ist spätestens seit gestern klar. Immer mehr Bürger bezweifeln, dass der Stau mit noch mehr Strassen zu bändigen ist. Die autokritische Haltung aus Basel hat das Land erreicht.

Nur zeichnet sich damit noch keine Alternative ab. Allzu viel Herzblut für den öffentlichen Verkehr hat das Baselbiet bisher nämlich nicht vergossen. So lehnte das Volk den harmlosen Margarethenstich ab. Das Tram nach Salina Raurica ist infrage gestellt, das Quertram im Birseck wird noch einige Diskussionen erleben. Veloschnellstrassen sind erst schöne Pläne, die vollen Busse erhalten nicht selbstredend eigene Spuren. Und vor allem bleibt das Auto das beliebteste Verkehrsmittel. Den Individiualverkehr einzuschränken, wie das Basel tut, bleibt im Baselbiet politischer Selbstmord.

So droht ein verkehrspolitischer Stillstand. So lange die Alternativen zum Auto die Bevölkerung nicht überzeugen, wird diese unter Lärm und Abgasen leiden – und weiter Auto fahren. Gefragt sind neue Ideen, die Digitalisierung bietet derzeit viel davon. Da trifft es sich gut, dass mit Isaac Reber ein neuer Verkehrsdirektor am Ruder ist. Als Grüner und ausgebildeter Raumplaner sollte er innovativen Mobilitätsformen gegenüber offen sein.

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