Baselbieter Grüne

Der Baselbieter Grüne Michael Durrer will in die erste Reihe

Lebt in Liestal, arbeitet in Laufen: Michael Durrer.

Lebt in Liestal, arbeitet in Laufen: Michael Durrer.

Der Liestaler Michael Durrer, 36, kandidiert für das Präsidium der Baselbieter Grünen. Im Interview sagt er, wieso.

Herr Durrer, Sie möchten das Präsidium der Baselbieter Grünen übernehmen. Was hat Sie zu diesem Entscheid bewegt?

Michael Durrer: Die Entscheidung hat ihren Ursprung in meiner Wahl zum Vizepräsidenten vor anderthalb Jahren. Ich habe seither mehrere Wahlen miterlebt. Nach diesen Erfolgen habe ich mit einer parteiinternen Gruppe begonnen, die künftige Parteiarbeit weiterzuentwickeln. Wir befinden uns in einem spannenden Prozess und haben bereits einige Ideen entwickelt, die wir in Zukunft umsetzen möchten. Als klar wurde, dass Bálint Csontos aufhört, dachte ich mir, dass ich den Kurs, den wir erarbeitet haben, weiterführen möchte. Nach Gesprächen mit Freunden, Familie und meinem Arbeitgeber habe ich beschlossen, mich für das Präsidium zu bewerben.

Wie können Sie das Parteipräsidium mit Ihrem Beruf und Ihrer Arbeit im Liestaler Einwohnerrat vereinbaren?

Ich habe zum Glück einen sehr unterstützenden Arbeitgeber, ich werde mein Pensum voraussichtlich um zehn Prozent reduzieren. Im Einwohnerrat möchte ich bleiben, ich habe der Fraktion aber schon mitgeteilt, dass ich das Fraktionspräsidium in rund einem halben Jahr abgeben möchte.

Auf dem kantonalen politischen Parkett waren Sie bisher nicht vertreten. Wie werden Sie es schaffen, sich als Präsident der Kantonalpartei Gehör zu verschaffen?

Das stimmt, in der ersten Reihe war ich bisher nicht tätig. Das ist also ein grosser Schritt für mich. Ich glaube, man hat meine Arbeit an der Öffentlichkeit teilweise noch nicht wirklich wahrgenommen, aber im Hintergrund habe ich diverse Anliegen ins Rollen gebracht. Im Baselbiet war ich beim Ausrufen des Klimanotstands beispielsweise von Anfang an federführend und habe mich dafür eingesetzt, dass dieser überparteilich unterzeichnet wird. Ich habe als Vizepräsident in der Zusammenarbeit mit Bálint Csontos schon einiges lernen können und mitbekommen, wie die kantonale Politik funktioniert. Ausserdem bin ich kommunikativ und habe in meiner Arbeit als Leiter einer Therapiestation in Laufen Führungserfahrung. Dass ich es kann, weiss ich also – es geht nun eher darum, dass man das auch mitkriegt. Aber das Amt bringt diese Aufmerksamkeit ja auch ein Stück weit mit sich.

Um als Präsident einer Kantonalpartei gute Arbeit leisten zu können, ist ein Sitz im Landrat von Vorteil.

Ich habe vergangenes Jahr für den Landrat kandidiert. Das hätte ich nicht gemacht, wenn ich das Amt nicht auch gewollt hätte. Vor einer solchen Entscheidung wäge ich aber immer ab, was drinliegt, was ich noch übernehmen und was ich abgeben müsste. Momentan haben der Einwohnerrat und das Grünen-Präsidium für mich Priorität. Wir werden also sehen, wie die Situation in drei Jahren ist.

Sie haben in einem offenen Brief an die Baselbieter Grünen geschrieben, dass die Klimadebatte durch die Coronakrise in den Hintergrund gerückt ist. Wie planen Sie, diesen Diskurs im Baselbiet wiederzubeleben?

In einer Zeit, in der viele Leute mit Kurzarbeit leben oder um ihren Job bangen, ist es natürlich schwieriger, das Klima zu thematisieren. Aber ich finde, es ist unerlässlich, darüber zu reden. Ein Schritt, der bald folgt, ist beispielsweise die Klimaschutzinitiative, die wir noch vor Corona eingereicht haben. Sie geht um die konkrete Umsetzung des Pariser Klimaabkommens im Kanton und wird an einer der kommenden Landratssitzungen behandelt. Ich hoffe, dass sie auch parteiübergreifend Zustimmung finden wird und die Debatte dadurch angeregt wird. Wenn die Initiative im nächsten Jahr an die Urne kommt, wird das Klima auch im Abstimmungskampf wieder kantonsweit zum Thema werden.

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