Schulkinder

Der Diegtertaler Schulbus ist Geschichte – Eltern sind besorgt

Auch in Tenniken ist Schluss mit Schulbus.ho

Auch in Tenniken ist Schluss mit Schulbus.ho

Bis zu den Weihnachtsferien unterhielt die Kreisschule Tenniken-Eptingen-Diegten ihren eigenen Schulbus, betrieben von der BLT. Mit dem Schulanfang am Montag ging diese dreijährige Ära jäh zu Ende. Was ist geschehen?

«Neu werden die Schülerinnen und Schüler der Kreisschule TED mit den öffentlichen Buslinien zur Schule fahren.» Dieser Satz sorgt seit dem 14. Dezember 2015 für rote Köpfe und dicke Luft im Diegtertal. Dann nämlich händigten besagte Schüler ihren Eltern ein Schreiben im Auftrag des Kreisschulrates TED (Tenniken-Eptingen-Diegten) aus, darin zitierter Satz.

Bis zu den Weihnachtsferien unterhielt die Kreisschule ihren eigenen Schulbus, betrieben von der BLT. Mit dem Schulanfang am montag ging diese dreijährige Ära jäh zu Ende. Was ist geschehen? Die BLT hat für den Schulbus eine Konzession des Kantons und führte diesen als Entlastung der Linie 107. «Deshalb sind wir davon ausgegangen, wie im Linienverkehr normal von der Gurtentragpflicht befreit zu sein», erklärt Fredi Schödler, Leiter Betrieb und Technik.

«Diese Annahme hat sich im Nachhinein allerdings als nicht richtig herausgestellt. Abklärungen mit der Versicherung der BLT haben ergeben, dass in Schulbussen, auch wenn sie konzessioniert sind und nach einem Fahrplan verkehren, die Anschnallpflicht gilt», erklärt Schödler weiter. Weil die BLT kein entsprechend ausgerüstetes Fahrzeug in seinem Fuhrpark führt, informierte sie die Kreisschule im Herbst und suchte mit ihr nach einer Lösung.

Von älteren Schülern angepöbelt

Diese hat man mit dem Umstieg auf die öffentliche Buslinie auch gefunden. Davon sind allerdings viele Eltern gar nicht begeistert, wie ein Schreiben belegt, das der bz vorliegt. Die Verfasserinnen sind Sandra de Sousa und Güldane Cay. «Wir wurden vor vollendete Tatsachen gestellt, die so inakzeptabel sind», sagt de Sousa. Sie kritisiert damit nicht nur die Kurzfristigkeit der Mitteilung, sondern auch die Reaktion des Schulrats auf die Bedenken der Eltern: «Der Schulrat hätte den Elternrat beiziehen sollen, man hätte gemeinsam eine gute Lösung gefunden. Stattdessen speist man uns mit Floskeln ab und ignoriert unsere Ängste.»

Sandra de Sousa begleitete ihren siebenjährigen Sohn am montag im Bus zur Schule von Diegten nach Tenniken. Sie berichtet von einem überfüllten Bus zur Mittagszeit und von Kindern, die von älteren Schülern angepöbelt worden seien. Trotzdem traut sie ihrem Sohn zu, den Schulweg künftig im öffentlichen Bus eigenständig zu meistern, auch wenn sie sich Sorgen um die Sicherheit macht. Dass der Schulrat allerdings bereits im Oktober von der Vertragsauflösung erfuhr, die Eltern aber erst Mitte Dezember informierte, kann sie nicht akzeptieren.

Schulratspräsidentin Petra Cantaluppi versteht die Bedenken und Ängste der Eltern. Darum wurden bis zu den Fasnachtsferien Lotsendienste in Tenniken und Diegten eingerichtet. Und darum patrouillierten Mitglieder des Schulrats für die ersten zwei Wochen an sämtlichen Haltestellen. «Was für Ängste wären erst entstanden, wenn wir informiert hätten, ohne eine Lösung parat zu haben?»

Cantaluppi ist von dieser Lösung überzeugt. «Es braucht einfach etwas Zeit, bis sich alle daran gewöhnt haben. Und wo Anpassungen nötig sind, werden welche gemacht.» Dafür steht der Schulrat mit der BLT in engem Austausch. «Wir beobachten die Entwicklung genau, erheben Passagierzahlen und setzen wo nötig zusätzliche Fahrzeuge ein», sagt Fredi Schödler.

Das Ende des Diegtertaler Schulbusses ist das Ende eines Spezialfalls; gemäss Fredi Schödler war TED die einzige Schule, die einen eigenen Schulbus unterhielt. Nun ist dieser zwar Geschichte – Bestandteil des Kreisschulvertrags ist er aber nach wie vor. Gut möglich, dass der Fall zu Juristenfutter wird. Sandra de Sousa jedenfalls zieht rechtliche Schritte in Erwägung. Am 26. Januar treffen sich Schul- und Elternrat zur Standortbestimmung. De Sousa ist auch eingeladen.

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