Allschwil

Der elektronische Badmeister darf wieder hoffen

Der Kanton empfiehlt zwei Aufsichtspersonen beim Schulschwimmen.

Der Kanton empfiehlt zwei Aufsichtspersonen beim Schulschwimmen.

In Allschwil wird die Anschaffung von elektronischen Systemen, die Ertrinkende erkennen, nun doch geprüft. Der Einwohnerrat hat ein entsprechendes Postulat überwiesen.

Der Kanton Baselland empfiehlt den Primarschulen beim Schwimmunterricht mit Nachdruck das Vier-Augen-Prinzip. Das bedeutet, dass der Klassenlehrer oder die Klassenlehrerin von mindestens einer Person dabei unterstützt werden sollte, die Kinder im Bassin im Auge zu behalten.

In Allschwil kam im Frühling im Einwohnerrat der Vorschlag auf, dass ein elektronischer Badmeister als zusätzliche Hilfe eingesetzt werden könnte – also als Ergänzung zu den Lehr- und Begleitpersonen. Es handelt sich um sogenannte elektronische Ertrinkenden-Erkennungssysteme, die schon vielerorts in Betrieb sind. Diese registrieren zuverlässig, wenn sich ein Mensch ungewöhnlich lange unter der Wasseroberfläche befindet. Dann schlagen sie Alarm.

Der Allschwiler Gemeinderat äusserte sich von Beginn an ablehnend, die Idee mit diesen elektronischen Apparaturen weiter zu verfolgen. Er muss nun aber zumindest den Einsatz solcher Anlagen tiefer gehend prüfen: Der Einwohnerrat überwies an seiner Sitzung ein entsprechendes Postulat der Fraktion von GLP und BDP – wenn auch nur knapp mit 16 zu 14 Stimmen bei 1 Enthaltung.

«Wir sind der Sache mit den elektronischen Systemen nachgegangen», sagte die für die Schulen zuständige Gemeinderätin Franziska Pausa (SP) in der Debatte vor der Abstimmung. «Wir sind aber zum Schluss gekommen, dass die Investitionen in solche Geräte zu hoch wären und man trotzdem nicht auf Begleitpersonen verzichten könnte.»

Der elektronische Badmeister ist aber nur eine der zu prüfenden Optionen, mit denen sich Pausa beschäftigen muss. Denn der Vorstoss verlangt, dass der Gemeinderat ein allgemeines ausführliches Sicherheitskonzept fürs Schulschwimmen ausarbeitet – auch der Miteinbezug von echten Badmeistern muss dabei erwogen werden.

Teure Elektronik

Schon seit den Sommerferien begleiten in Allschwil Eltern das Schulschwimmen. Gegenwärtig läuft ein Pilot-Versuch mit Schwimmlehrerinnen und Schwimmlehrern.

Laut SP-Einwohnerrätin und Schulratspräsidentin Daniela Werren wird dieses System ab den Sommerferien definitiv eingeführt. Es kostet laut Werren rund 40 000 Franken pro Jahr. Die elektronischen Badmeister wären im ersten Jahr teurer – zumindest diejenigen Anlagen, bei welchen Kameras fix eingebaut werden: Kauf und Installation eines solchen Systems würden mit rund 200 000 Franken zu Buche schlagen.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1