Muttenz

Der FHNW-Kubus in Muttenz darf definitiv gebaut werden

Aargau unterstützt Forschung mit 180 000  Franken.

Das Prestigeprojekt Kubus der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) darf gebaut werden. (Symbolbild)

Aargau unterstützt Forschung mit 180 000 Franken.

Das Prestigeprojekt Kubus der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) darf gebaut werden. Gestern teilten die Behörden mit, dass der Nutzungsplan rechtskräftig ist. Nun muss noch der Landrat über den Kredit von 300 Millionen Franken befinden.

Gezweifelt hat niemand daran. Und trotzdem bezeichnet es der Muttenzer Bauverwalter Christoph Heitz als «Meilenstein», dass der Nutzungsplan für die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) seit gestern rechtskräftig ist. Denn realistischerweise dürfte sich nun dem Grossprojekt im Polyfeld niemand mehr in den Weg stellen. Bevor der Nutzungsplan rechtskräftig wurde, hatten mögliche Bedenkenträger genug Zeit zum Intervenieren gehabt.

Im Auflageverfahren nahm die Fachhochschule zwei Hürden. Das Mitwirkungsverfahren erlaubte es der Öffentlichkeit, Kritik anzubringen. «Hier gab es fast nur positive Rückmeldungen», sagt Projektleiter Marco Frigerio vom Baselbieter Hochbauamt. Im später durchgeführten rechtsverbindlichen Verfahren gab es ähnlich wenig Widerstand. Lediglich die SBB pochten auf ein Verständigungsgespräch. Sie wollten sicherstellen, dass eventuell später nötig werdende Erweiterungen der SBB-Infrastruktur beim neben dem Kubuk liegenden Unterwerk nicht behindert werden.

Die FHNW scheint also im anstehenden Baubewilligungsverfahren – wo Kanton und Gemeinde Muttenz am gleichen Strick ziehen – auf der sicheren Seite zu stehen. «Natürlich wäre es schön, wenn es immer so einfach wäre», sagt Heitz im Wissen um vergangene Querelen bei grösseren Bauprojekten. «Hier war aber von Anfang an klar, dass sowohl der Kanton, als auch die Gemeinde hinter dem Projekt stehen.»

Kritik an den hohen Kosten

Bevor die FHNW am Ziel ist, muss sie jedoch noch eine letzte – und womöglich hohe Hürde – nehmen. Das Geld für das markante Siegerprojekt, den Kubuk, muss nämlich erst noch gesprochen werden. Der Bau, der dereinst bis zu 3000 Studierenden fünf zusammengeführter Hochschulen Platz bieten soll, ist nämlich in den Augen vieler Politiker ein Luxus, den sich der Kanton in der jetzigen Lage nicht leisten kann.

Gegenüber der «Basler Zeitung» sagte Grünen-Landrat Jürg Wiedemann im Mai, dass die 300 Millionen Franken, die der Kubuk voraussichtlich koste, «sehr viel» seien. Das Mitglied der Bildungskommission hält es für fraglich, ob die geplanten Campus-Bauten an den vier Standorten notwendig seien, zumal die teure Life-Science-Sparte leicht nach Basel ausweichen könnte. Teure Labors könnten somit gespart werden. Wiedemann wird seine Argumente im Landrat einbringen, wenn voraussichtlich im Herbst über den Baukredit des Kubuk beraten wird.

Der Muttenzer Gemeinderat Thomi Jourdan ist derweil überzeugt, dass Wiedemann mit seiner Meinung zur Minderheit gehört. «Klar ist es kein Pappenstiel. Aber die Verantwortlichen haben die Vorgaben sehr gut umgesetzt. Das wird auch der Landrat so sehen.» Dass seine Gemeinde wohl noch bis 2018 – und damit mit dreijähriger Verspätung – auf die Eröffnung warten muss, nimmt er gelassen. «Man kann den Projektverantwortlichen keinen Vorwurf machen, schliesslich ist der Bau mit vielen Auflagen verbunden. Diese Verzögerung nehme ich gerne in Kauf.»

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