Harassenlauf

Der Harassenlauf ist in diesem Jahr wieder erlaubt

Die Verantwortlichen plädieren an die Selbstveranwortung der Teilnehmer.

Die Verantwortlichen plädieren an die Selbstveranwortung der Teilnehmer.

Der umstrittene Harassenlauf kann in diesem Jahr wieder stattfinden. Nachdem in den letzten Jahren ein rigoroses Verbot durchgesetzt wurde, versuchen es die Verantwortlichen mit einer Deeskalationspolitik und plädieren an die Vernunft der Teilnehmer.

Der Harassenlauf, der traditionell am 1. Mai stattfindet, ist äusserst umstritten. Vergangene Läufe endeten in Saufgelage von Jugendlichen, tonnenweise Abfall und etlichen Schäden. Deshalb wurde die Veranstaltung in den letzten Jahren strikt verboten.

Nun lösen sich die Verantwortlichen jedoch von diesem rigorosen Verbot und setzen auf eine Deeskalationspolitik, wie Adrian Baumgartner, Sprecher der Baselbieter Sicherheitsdirektion, gegenüber der «Basler Zeitung» sagt. «Wir werden dieses Jahr von Verboten absehen. Wir versuchen, für eine bessere Lösung Hand zu bieten und hoffen, dass die Gegenseite die Hand nimmt.»

Das Alkohol- und Fahrverbot an der Route entlang der Birs werde in diesem Jahr nicht erlassen. Auch der Park im Grünen, wo der Harassenlauf traditionell endet, soll nicht gesperrt werden. Obwohl dort in den vergangenen Jahren die meisten Sachschäden verzeichnet wurden.

Die neue Deeskalationspolitik sei einen Versuch wert, wird Baumgartner in der «BaZ» zitiert. «Wenn unser Vertrauen enttäuscht wird, stehen wir erstens bereit und zweitens werden wir über die Bücher gehen müssen. Dann liesse man uns keine Wahl. Die nächsten Jahre würden wir möglicherweise wieder einen restriktiven Kurs fahren müssen.»

Die Verantwortung legen die Behörden in die Hände der Teilnehmer und appellieren an deren Vernunft. Die diesjährige Veranstaltung soll keinesfalls in ein Massenbesäufnis ausarten. Denn die Polizei könnte weiterhin eingreifen, da eine «Versammlungen von mehr als 200 Personen für den gemeinsamen Alkoholkonsum» bewilligungspflichtig sei. Das ist so in der Lex Harassenlauf hinterlegt, die die Gemeinden Reinach und Münchenstein vor vier Jahren erlassen haben und teilweise im Reglement der beiden Gemeindepolizeien verankert ist.

Die Frist für die Einreichung einer Bewilligung läuft am Montag ab. Bis jetzt haben sich noch keine Verantwortlichen gemeldet und voraussichtlich wird auch niemand das Risiko eingehen, schlussendlich den Kopf hinhalten zu müssen. Baumgartner wartet ab: «Wir müssen schauen, wie sich das Ganze entwickelt. Möglicherweise hat sich das Phänomen auch überlebt», sagt er zur «BaZ». (fza)

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