Über Auffahrt und Pfingsten geht man gern mit der Familie spazieren. Doch wer das im Hardwald tun will, kommt nicht weit. Den ganzen westlichen Teil des Walds darf man wegen trockener Äste, die herunterfallen und Passanten verletzten könnten, seit letzter Woche nicht betreten.

Bisher ist der Hardwald der einzige, bei dem man zu dieser Massnahme greifen musste. Er hat in den vergangenen Jahren nämlich besonders unter den trockenen Sommern gelitten. Im Rheinschotterboden hier fliesst das Regenwasser rasch ab. Gleichzeitig gibt es viele Buchen, die Trockenheit schlecht aushalten – obwohl im Sommer noch weniger Regen fällt als anderswo, wie Revierförster Christian Kleiber erklärt: «Der Möhlin-Jet wirkt hier stark. Die Gewitter gehen ins Elsass oder ins Deutsche, nicht zu uns.»

Was Kleiber letztlich, zusammen mit den Gemeinden Muttenz und Birsfelden, zur Sperrung bewogen hat: Im Hardwald sind sehr viele Spaziergänger unterwegs, sodass die Wahrscheinlichkeit einer Verletzung durch einen herunterfallenden Ast gross ist. «Die Sperrung hat nichts mit Waldsterben zu tun», betont Guido Bader, Kreisforstingenieur im Amt für Wald beider Basel. «Es geht um die Sicherheit der Bevölkerung.»

Noch zwei oder drei Monate

Bis Ende Juni klärt das Amt die Folgeschäden der Trockenheit ab und entscheidet, ob weitere Wälder gesperrt werden. Doch gemäss aktuellen Erkenntnissen ist der Hardwald am meisten von den Folgen der Trockenheit betroffen. Denn die oben genannte Faktoren treffen hier alle zusammen. Die Förster holen deswegen während der Sperrung die trockenen Bäume heraus. Priorität haben die Strassen, die durch den Wald führen, und die Wassergewinnung. Erst danach werden die viel besuchten Orte wie die Grillplätze gesichert. «Das kann schon noch zwei oder drei Monate dauern», sagt Förster Kleiber.

Weniger dramatisch ist die Lage vermutlich in den Lange Erlen. Diese haben zwar auch einen Schotteruntergrund und viele Spaziergänger, aber kaum Buchen. Der Allschwiler Wald ist ebenfalls viel begangen, aber der tiefe Lössboden hält das Wasser zurück.

In der ganzen Region wütet seit rund zehn Jahren das Eschentriebsterben, das die Baumkronen ebenfalls austrocknen lässt. Der Borkenkäfer macht dasselbe mit den Fichten, die vor allem im Oberbaselbiet wachsen. Doch dort ist die Freizeitnutzung viel tiefer als in den Erholungswäldern der Agglomeration, was Sperrungen weniger notwendig macht.

Banntagrouten absegnen lassen

Am Auffahrtstag werden sich allerdings auch in abgelegenen Baselbieter Waldgebieten Menschenmassen wälzen. Dann ist nämlich vielerorts Banntag. «Ich gehe davon aus, dass die Organisatoren die Routen von den lokalen Revierförstern absegnen lassen», sagt Bader. Es gebe immer ein gewisses Risiko, «aber einen auf Panik machen, bringt nichts». Im Hardwald ist der Banntag sowieso kein Thema. Derjenige in Birsfelden war bereits, und der Muttenzer führt am Donnerstag nicht durch gesperrtes Gebiet.