Liestal

Der kleine Rahmen als grosses Erfolgsrezept der Vorfasnacht

Das «Rotstab-Cabaret» bei der Premiere 2012: Die Aufführungen im Liestaler KV-Saal sind Wochen im Voraus ausverkauft. BZ-Archiv/Kenneth Nars

Das «Rotstab-Cabaret» bei der Premiere 2012: Die Aufführungen im Liestaler KV-Saal sind Wochen im Voraus ausverkauft. BZ-Archiv/Kenneth Nars

Die Vorfasnacht stösst im Stedtli auf ungebrochene Begeisterung: Gleich drei Veranstaltungen buhlen in Liestal um die Gunst des Publikums. Grössere Bühnen kommen aber nicht infrage.

Offenbar belebt die Konkurrenz das Geschäft: Über mangelndes Interesse können sich weder das «Rotstab-Cabaret» im KV-Saal noch das «Rahmdäfeli» im Palazzo oder das «Flintebutzerli» in der Kulturscheune beklagen.

Das «Rahmdäfeli» hat bereits wieder eine Zusatzvorstellung für den 11. Februar angekündigt, beinahe ausverkauft ist auch das «Rotstab-Cabaret» unter der Leitung von Thomas von Arx. Was ist das Geheimnis der Liestaler Vorfasnachtsveranstaltungen? «Die Gruppierungen machen ihre Arbeit schlicht sensationell», urteilt Ruedi Schafroth, Präsident des Fasnachtskomitees Liestal – «besonders wenn man bedenkt, dass ein Grossteil der Arbeit von Amateuren geleistet wird.»

So staunt er etwa über «Muri, den Malermeister». Damit meint Schafroth Daniel Muri, den Kopf des «Rahmdäfeli», der auch bei der dritten Ausgabe die künstlerische Leitung innehat und gemäss eigenen Angaben in diesem Jahr noch etwas mehr Wert auf die Musik und die Bühnenbilder gelegt hat. Auch wenn Humor nicht zuletzt dank der beiden Schnitzelbänggler «Ständerlampe» und «D Strofrichter» einen hohen Stellenwert geniesst: Muri setzt auch 2013 nicht auf Schenkelklopfer-Sprüche. «Es muss nicht nach jedem Satz ein Brüller kommen», findet er. Stattdessen würden die Themen «augenzwinkernd» verpackt: In diesem Jahr, soviel verrät Muri, stünden die Liestaler Wahlen im Zentrum, wo «die ehemalige Regula Gysin sich selber und der FDP ein Ei gelegt hat».

Weiter werde die Fusionsinitiative thematisiert, der Konsumwandel und der Friedensnobelpreis an die EU. Am Erfolgsrezept werde nicht gerüttelt. Denn auch wenn es im Palazzo gleich 14 Veranstaltungen braucht, um die Publikumsbedürfnisse zu decken: An einen Umzug ist nicht zu denken. Auf einer grösseren Bühne verliert sich der Charme des «Rahmdäfeli». Diese Erfahrung musste Muri machen, als er eine Nummer seiner ersten Ausgabe am Schlussabend im Hotel Engel präsentierte.

«Flintebutzerli» als Alternative

Ähnliches ist von Dieter Epple, Präsident des «Rotstab-Cabaret»-OKs zu hören: Der Austragungsort steht nicht zur Debatte, obwohl die Veranstaltung seit Jahren jeweils ausverkauft ist und Zusatzveranstaltungen nicht möglich sind, weil der Saal nur in den Schulferien belegt werden kann. «Etwas Besseres als den KV-Saal gibt es in der Nähe nicht», ist sich Epple sicher, der gewohnt verschwiegen ist, wenn es um das Programm geht. Was die Besetzung angeht, vertraut der Regisseur aber auf Bewährtes: Tambouren und Pfeifer, Kabarettisten, Guggenmusik aus Liestal und Pratteln sowie Schnitzelbänke und die Stedtli-Singers.

Eine Nische für alternative Fasnachtsgänger findet sich in der Liestaler Kulturscheune, wo Regisseur und Komponist David Wohnlich und die «Flintebutzerli» die Besucher mit auf ihre Reise durch ihre etwas leisere, subtilere Fasnachtswelt nehmen, die ganz ohne Schnitzelbank auskommt – dafür mit einer eigens komponierten Operette in drei Teilen. Zum fünften Mal geht das «Flintebutzerli» nun über die Bühne – trotz wachsendem Zuschauerinteresse hat sich Kulturscheune-Besitzer Werner Leupi aufgrund der starken Belastung entschieden, statt fünf heuer drei Aufführungen durchzuführen.

«Rotstab-Cabaret» 11.-16. Februar im KV-Saal in Liestal. Beginn: 20 Uhr. Gönner sind beim Ticketverkauf bevorzugt.

«Rahmdäfeli» 1.-15. Februar im Palazzo in Liestal. Beginn 19.30 Uhr. Letzte Tickets unter info@rahmdaefeli.com

«Flintebutzerli» 7.-9. Februar in der Liestaler Kulturscheune. Beginn: 20.30 Uhr. Vorverkauf im Buchantiquariat «Poete-Näscht», Rathausstrasse 30.

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