Elektromobilität

Der Konkurrenzkampf nimmt zu – Primeo Energie baut E-Auto-Ladestation im Hoheitsgebiet der EBL

In Anwil kam unlängst noch EBL-Chef Tobias Andrist (rechts; hier mit dem damaligen Gemeindevizepräsidenten Marcel König) zum Zug. Im Fall der Tenniker Autobahnraststätten hat aber die Münchensteiner Primeo die Nase vorn.

In Anwil kam unlängst noch EBL-Chef Tobias Andrist (rechts; hier mit dem damaligen Gemeindevizepräsidenten Marcel König) zum Zug. Im Fall der Tenniker Autobahnraststätten hat aber die Münchensteiner Primeo die Nase vorn.

Primeo Energie hat sprichwörtlich das grosse Los gezogen. Das Münchensteiner Unternehmen darf als einer von schweizweit fünf Anbietern Autobahnrastplätze mit Hochleistungs-Ladestationen für Elektrofahrzeuge ausrüsten.

Konkret geht es um je vier solcher Stationen auf 20 der insgesamt rund 100 Autobahnrastplätze, die vom Bundesamt für Strassen betrieben und elektrifiziert werden. Dazu gehören auch beide Rastplätze Mühlematt in Tenniken an der Autobahn A2.

Damit engagiert sich Primeo Energie im eigentlichen Hoheitsgebiet von Elektra Baselland (EBL), das von Pratteln über Liestal bis ins Oberbaselbiet reicht. Doch das Monopol über das Gebiet gelte nur für die Netzinfrastruktur und, Stand heute, auch für die Grundversorgung der Privatkunden mit Strom. Das betont Primeo Energie-Sprecher Joachim Krebs: «In allen anderen Bereichen spielt der freie Markt.» So liefert die EBL den Strom für die Ladestationen in Tenniken, welche Primeo Energie als Investor installiert, unterhält und betreibt.

Ein «sportlich-eleganter» Wettbewerb

Im Bereich E-Auto-Ladestationen konzentriert sich Primeo Energie auf die ganze Schweiz und nicht nur auf die Region. Aktuell besitzt der Münchensteiner Energieversorger in der gesamten Schweiz über 100 Ladepunkte. «Wir sind stark engagiert. Der Markt wächst und verspricht grosses Potenzial», gibt sich Krebs überzeugt. In der Region Basel seien es neben Primeo Energie und der EBL auch die Basler IWB, die um Marktanteile bei den Ladestationen kämpft und ausserhalb ihres angestammten Gebiets aktiv ist.

EBL-CEO Tobias Andrist nimmt das Fischen von Primeo Energie im Oberbaselbiet «sportlich-elegant», wie er selber sagt. «Wir würden eine Anfrage aus Basel oder dem Unterbaselbiet auch nicht ablehnen.» Pratteln aufwärts sei eben nur betreffend Stromversorgung EBL-Gebiet. «In den anderen Dienstleistungen gibt es keine Gebietsabsprachen in dem Sinne und wären auch nicht rechtens.» So realisierte die EBL kürzlich in Oberwil ein Photovoltaik-Contracting zur Gewinnung von Solarstrom.

Dass der Konkurrenzkampf um Marktanteile bei den E-Auto-Ladestationen in der Region zunimmt, spürt auch Tobias Andrist. «Da gibt es mannigfaltig Anbieter – aus der Region und überregional.» Die meisten Energieversorger und Elektroinstallationsfirmen böten Installationen von Ladestationen an. Auch die Anzahl Produkte unterschiedlicher Hersteller nehme zu. Die Energieversorger und Elektroinstallationsfirmen kaufen die Ladestationen bei den Anbietern ein und installieren sie beim Kunden. «Das ist für uns ein reines Installationsgeschäft», erklärt Andrist. «Es ist kein Big Business im Vergleich zu unseren Kerngeschäften. Es ist mehr eine Art Serviceerweiterung im Sinne der Kundenbeziehung.»

Der Markt für E-Auto-Ladestationen wächst, der Konkurrenzkampf ebenso. Die EBL selber akkreditierte erst kürzlich einen gemäss CEO Tobias Andrist «grösseren Vertrag» über 90000 Franken bei einem Bundesbetrieb in der Region Basel. Sonst seien es zumeist Unternehmen, die ihren Mitarbeitenden Ladestationen anbieten möchten. Bei privaten Haushalten seien das eher «Netto-Null-Geschichten».

Trotz des Marktwachstums bleibt «Pratteln aufwärts» das angestammte Gebiet der EBL, versichert Andrist. Auch bei den Ladestationen. «Unser Fokus liegt auf dem Bestandskundengebiet. Wir sind nicht aktiv daran, geografisch unser Geschäftsgebiet in der Region auszudehnen.»

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