Ständeratswahlen Baselland

Der Mitte-Motor für Maya Graf läuft erst zaghaft an

Bekennen sich zu Maya Graf (Mitte): (v.l.) Marcel Zimmermann (BDP), Giovanna Lanza (CVP), Adil Koller (SP), Uni-Professor Paul Burger, Elisabeth Augstburger (EVP) und Denise Buser (BDP).

Bekennen sich zu Maya Graf (Mitte): (v.l.) Marcel Zimmermann (BDP), Giovanna Lanza (CVP), Adil Koller (SP), Uni-Professor Paul Burger, Elisabeth Augstburger (EVP) und Denise Buser (BDP).

Die Grüne Maya Graf startet in Runde zwei des Ständerats-Wahlkampfs. Nur wenige Mitte-Politiker exponieren sich bis jetzt. Vor allem die CVP steckt in einer Zwickmühle.

Die Euphorie bei den Baselbieter Grünen war gross am 20. Oktober, als Nationalrätin Maya Graf im ersten Wahlgang für den einzigen Ständeratssitz SP-Nationalrat Eric Nussbaumer hinter sich liess. So sicherte sich die Sissacherin das Ticket für Wahlgang Nummer zwei gegen Ratskollegin Daniela Schneeberger von der FDP. Dass Letztere den ersten Durchgang mit nur 3500 Stimmen Vorsprung gewann, liess gewisse Grüne bereits von einer Schlafwagen-Fahrt Grafs ins Stöckli träumen.

Nur eine gute Woche später hört man dies nirgends mehr. «Unsere Basis nimmt den Wahlkampf sehr ernst. Wir liegen hinten und müssen diese Stimmen erst aufholen», sagt Bálint Csontos. Der Grünen-Präsident lud gestern ins Foyer des Liestaler Regierungsgebäudes, um den Wahlkampf neu zu lancieren. Und die Zeit drängt, schliesslich findet der zweite Wahlgang bereits am 24. November statt.

GLP und BDP müssen erst noch Support beschliessen

Ziel des Anlasses war unter anderem aufzuzeigen, wie viel Unterstützung Graf auch von Parteien der politischen Mitte geniesst. Denn allen ist klar: Es gewinnt, wer neben seinem Stammpublikum auch bei CVP-, GLP-, EVP- und BDP-Wählern die meisten Stimmen abholt. Der Reigen der Graf-Unterstützer, der schliesslich teilnahm, war gestern allerdings überschaubar: Erwartungsgemäss standen SP-Präsident Adil Koller und alt EVP-Landratspräsidentin Elisabeth Augstburger hin. Beide Parteien hatten Graf die Unterstützung schon zugesichert. Dazu gesellte sich mit Paul Burger ein Professor, der an der Universität Basel Nachhaltigkeitsforschung betreibt.

Aus der politischen Mitte waren neben Augstburger nur drei Exponenten zugegen: Marcel Zimmermann und Denise Buser aus dem Vorstand der BDP, die aber als Einzelpersonen sprachen, sowie Giovanna Lanza, die im Vorstand der CVP Frauen Schweiz und Baselland sitzt. Ein Problem: BDP und GLP haben noch keine Wahlempfehlung beschlossen, weswegen sich nur Wenige exponieren wollten. «Es werden sicher noch einige GLPler dazustossen», hält Csontos im Gespräch mit der bz fest.

Grafs Freunde bei der CVP sind in der Zwickmühle

Die CVP Baselland wiederum empfiehlt Daniela Schneeberger zur Wahl, nachdem sie im ersten Wahlgang noch Stimmfreigabe beschlossen hatte. Lanza hielt immerhin fest, dass sie im Namen der CVP-Frauen sprechen könne. Und Csontos bemerkt: «Ich weiss, dass sehr viele CVPler Maya Graf unterstützen. Aber die Partei ist in einer schwierigen Situation.» Das zeigt auch, dass etwa CVP-Vorstandsmitglied Remo Oser im Graf-Komitee sitzt, gestern aber abwesend war.

Maya Graf selbst gab sich überzeugt, dass sie, die den Ruf einer Panaschierkönigin hat, viele Mitte-Wähler abholen wird: «Ich bin liberal, weltoffen, verlässlich und setze mich für eine nachhaltige Wirtschaft ein. Und viele Mitte-Wähler werden sich auch im Sinne der Klimawahl entscheiden.» Sie stehe für den Fortschritt, Daniela Schneeberger hingegen politisiere am rechtsbürgerlichen Rand und habe bei vielen wichtigen Themen stets gebremst. So habe die Freisinnige sich etwa für Kürzungen des Bundeskredits für Bildung, Forschung und Innovation eingesetzt. Grafs Botschaft: «Die fortschrittlichen und nachhaltigen Kräfte müssen im Ständerat gestärkt werden. Dazu will ich einen Beitrag leisten.»

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