Stadtlauf Liestal

Der mögliche Start einer grossen Läuferkarriere

Auch am 36. Liestaler Stadtlauf standen zunächst die Kinder im Mittelpunkt.

Während der Rush Hour kurz vor 17 Uhr am und um den Bahnhof Liestal darauf zu schliessen, dass ganz in der Nähe bald ein grosses Ereignis ansteht, ist nicht möglich. Doch als auf dem Weg Richtung Altstadt ein Vater und seine beiden Kinder – alle von Kopf bis Fuss in Laufuntensilien gekleidet – rennend überholen, ist das der erste Vorbote auf die 36. Ausgabe des Stadtlaufs. Der zweite ist die Stimme des Ansagers, die man hört, als man auf der Poststrasse zum Wasserturmplatz einbiegt.

In knapp fünf Minuten startet die erste Kategorie VaKi respektive MuKi, was sprintende Trio erklärt. Entlang der Strecke haben sich bereits viele Zuschauer positioniert, Verwandte und Bekannte der Laufenden, aber auch jene, die etwas später an der Reihe sind. Als der Startschuss ertönt, erblickt man auf der Strecke lauter strahlende Gesichter – die der stolzen Mamis und Papis und die der Kinder, welche die grosse Aufmerksamkeit, die ihnen zuteil wird, zu geniessen scheinen. «Vielleicht fängt hier gerade die eine oder andere grosse Läuferkarriere an ...», mutmasst der Speaker.

«Dann musste sich Papi ausruhen»

Ohne Eltern auf der Strecke geht es dann mit der Binggis-U10-Kategorie weiter. Viele der Teilnehmenden tragen Trikots von diversen Sportvereinen. Nicht so Isabella und Chloé, die mit ihren Eltern aus Itingen gekommen sind. «Wir sind zum zweiten Mal am Stedlilauf dabei», verrät Isabella, die ansonsten das Reden ihrer äusserst auskunftsfreudigen Zwillingsschwester überlässt. So erzählt Chloé, dass man am Sonntag schon da war und gemeinsam den Parcours abgelaufen hat. «Einmal normal und einmal schnell, dann musste sich Papi ausruhen», berichtet die Achtjährige, während der Vater schmunzeln muss.

Bei den Vereinen stechen vor allem die vielen blauen Shirts des Schwimmclubs Liestal ins Auge. «Wir nehmen seit ein paar Jahren regelmässig teil, jedes Mal mit mehr Kindern. Heuer sind es 45», sagt Ladina Aeschimann, die im Vorstand des Clubs sitzt. Das Mitmachen sei eine Art Selbstverständlichkeit, findet die ehemalige Schwimmlehrerin. «Der Stadtlauf ist ein Liestaler Anlass und wir sind ein Liestaler Verein.» Ausserhalb des Wassers Gas zu geben, stellt für den Schwimmnachwuchs eine willkommene Abwechslung und keine nervige Pflicht dar. Die zehnjährige Rebecca ist wie ihre Teamkolleginnen und -kollegen sehr gern an diesem Anlass: «Es macht einfach Spass!»

Nach und nach werden die Teilnehmenden älter, viele Kinder sind aber immer noch da und feuern lautstark die im Einsatz Stehenden an. Auch die Besucher der Cafés entlang der Strecke haben ihre Blicke auf die Strasse gerichtet. Nur die Läuferinnen und Läufer der Erwachsenenkategorien, die bald an der Reihe sind und sich warm machen, scheint das Geschehen nicht zu interessieren. Sie haben das Ganze wohl bereits zu oft erlebt. Vielleicht hat ihre Karriere einst sogar am Liestaler Stadtlauf ihren Anfang genommen ...

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