Kommentar

Der Realo-Grüne in der Baudirektion

Wird der Grünen-Regierungsrat in den heissen Dossiers Verkehr, Raumplanung und Energie einen Paradigmenwechsel einläuten? (Archivbild)

Wird der Grünen-Regierungsrat in den heissen Dossiers Verkehr, Raumplanung und Energie einen Paradigmenwechsel einläuten? (Archivbild)

Mit Spannung ist sie erwartet worden: Isaac Rebers Medienkonferenz nach gut 100 Tagen als neuer Vorsteher der Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD). Wird der Grünen-Regierungsrat in den heissen Dossiers Verkehr, Raumplanung und Energie einen Paradigmenwechsel einläuten? Nach Rebers Aussagen anlässlich seines ersten Auftritts zu urteilen, lautet die Antwort: Jein. Dass in der BUD nach dem Abgang von FDP-Magistratin Sabine Pegoraro ein frischer Wind weht, ist offensichtlich. Reber versprüht Tatendrang und ist als studierter ETH-Raumplaner in der BUD in seinem Element. Inhaltlich hat er bereits einen Markstein gesetzt: Die geplanten Velorouten in der Agglo könnten langfristig zu einem markant umweltfreundlicheren Pendlerverkehr beitragen. Doch wer dieses Pilotprojekt als Fanal für eine konsequent grüne Agenda deutet, könnte enttäuscht werden. Reber stellte klar, dass er nichts von Ideologie und Schwarzweiss-Denken hält. Die von Pegoraro übernommenen Strassenprojekte wird er jedenfalls weiterführen.

Die Bürgerlichen werden dies erleichtert zur Kenntnis nehmen – und sich selbstkritisch fragen müssen, weshalb sie noch 2011 Rebers Einzug in die BUD unter riesigem Einsatz der Kräfte verhindert haben. Der Sissacher baut mit Vorliebe, versteht sich als Entwickler und Gestalter. Heute eine Veloroute, morgen eine Strasse, übermorgen ein Uni-Gebäude. Vielleicht dichten wir dem frischgebackenen Baudirektor gar viel Pragmatismus an. Doch eines ist offensichtlich: Als Verhinderer will der erste grüne Regierungsrat ganz sicher nicht in die Baselbieter Geschichte eingehen.

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