Trüb ist der Himmel. Leer sind die Strassen. Bloss ein paar Leute halten sich in Rünenberg im Freien auf. Trist ist auch die Stimmung in der Dorfbevölkerung. Nachdem der bekannte Anwalt Martin Wagner in der 780-Seelen-Gemeinde am Sonntagmorgen von einem Nachbarn (39) erschossen worden ist und dieser sich danach selbst gerichtet hat, mögen nicht alle über diese Schreckenstat reden. Dennoch gaben Personen am Montag ihren Gefühlen Ausdruck.

Zu ihnen gehört ein 78-jähriger Mann: «Das ist schlimm, schlimm, schlimm», sagt er. Es gebe Vermutungen. Aber dass das so dermassen ins Uferlose laufe, sei kaum nachvollziehbar. Die beiden getöteten Familienväter hinterlassen je drei Kinder. «Das ist furchtbar», zumal Herr Wagner erst letzten September seine Frau, die an Krebs erkrankt war, verloren habe. Der 78-Jährige kannte die beiden Männer und deren Familien nur vom Sehen.

Eine Frau, die im Dorfladen einkaufen geht, weiss, dass die Frau des mutmasslichen Täters und Wagners verstorbene Frau befreundet waren. Die kleinen zwei Kinder seien gleich alt und gute Freundinnen. Wagner sei im Dorf nicht integriert und kein einfacher Typ gewesen, meint die 73-Jährige.

Rünenberg BL: Medienanwalt Martin Wagner erschossen

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Der mutmassliche Täter schiesst erst auf den Anwalt und richtet sich danach selbst. Passiert ist es in der Villa, in der Martin Wagner lebte.

Kritik an Medien

Ein Mann ringt um Worte: «Tragisch, schlimm.» Er kannte die beiden Getöteten. Man nehme ein solches Ereignis anders wahr, wenn es im eigenen Dorf geschehe. Der 73-jährige Mann wohnt seit 1953 in Rünenberg, «aber so etwas habe ich noch nie erlebt. Das schüttelt einen durch», erklärt er. Schlimm findet er auch Presse und Fernsehen.  Schockiert sei man, berichtet ein weiterer Einwohner, dem Martin Wagner «mehr oder weniger» bekannt gewesen ist.