Schönthaltunnel

Der Schönthaltunnel steht - Nun fehlt nur noch die Innenausstattung

Die Bauarbeiten am H2-Tunnel zwischen Pratteln und Liestal wurden am Donnerstag beendet. Der Rohbau ist nun fertig; im kommenden Jahr folgen noch Arbeiten im Tunnelinnern. Bei der Fertigstellung am Freitag war neben Sabine Pegoraro auch Altregierungsrat Jörg Krähenbühl zugegen, der den Tunnelbau in die Wege geleitet hatte.

Für Altregierungsrat Jörg Krähenbühl war es ein Moment mit «sehr speziellen Gefühlen», als gestern der letzte Beton in die Deckenelemente des Schönthaltunnels der H2 zwischen Pratteln und Liestal gespritzt wurden. «Vor vier Jahren hat man das alles noch in weiter Ferne gesehen», sagte der Mann, der jahrelang um den nicht unumstrittenen Bau der Umgehungs-Hochleistungsstrasse gekämpft hatte.

Weiterer Meilenstein für H2

Spezielle Gefühle - Wehmut war nach eigener Angabe gestern aber nicht darunter: «Heute in einem Jahr wird vermutlich wieder Wehmut dabei sein», spielt Krähenbühl auf die geplante Tunnel-Eröffnung im Dezember 2013 an. Stolz und Freude empfinde er jedoch, «dass ich ein Rädchen in dem Prozess sein durfte.» Der SVP-Politiker hätte den Tunnel in einem Jahr zu gerne selbst eröffnet; schliesslich war die H2 immer sein «Baby». Trotzdem gönnte er gestern auf dem Dach des Elektrozentrums am südlichen Tunnelausgang auf Höhe des Schauenburgkreisels knappe drei Jahre nach dem Spatenstich seiner Nachfolgerin Sabine Pegoraro die Feier des «weiteren Meilensteins» beim Bau der H2.

«Bauwerk von hoher Qualität»

Pegoraro lobte das «Bauwerk von hoher Qualität», das «für sich» spreche: Möglich geworden sei dies nur durch die intensive Arbeit aller Projektbeteiligten. Stellvertretend für die Arge Nord freute sich auch Ingenieur Hans Giger darüber, dass nach insgesamt 130 000 verarbeiteten Kubikmetern Beton nun «der auf rund 1000 Plänen zweidimensional dargestellte Tunnel als dreidimensionales Bauwerk entstanden und als Realität wahrnehmbar» sei.

Dabei ging Giger auch auf das «zweifelhafte Image» des Betons ein: Vom «Zubetonieren der Landschaft und Verschandelung der Umwelt» sei oft die Rede. Dabei sei der Beton bei Architekten und Designern als umweltfreundliches, vielseitiges Material beliebt. Für die H2 sei ein Spezialbeton ausgetüftelt worden, der den komplexen Anforderungen an das Bauwerk entsprochen habe: hohe Druckresistenz, grosse Anfangsfestigkeit, Frost- und Tausalzbeständigkeit sowie ausreichende Abweisung von Wasser. Wegen der tiefen Temperaturen habe man noch bangen müssen, ob man die Bauarbeiten tatsächlich dieses Jahr noch abschliessen könnte.

2013 Arbeiten im Tunnelinneren

Verschandelung hin oder her - in Kürze wird der Beton nicht mehr sichtbar sein: Grösstenteils sind die 400 000 Kubikmeter Aushubmaterial bereits wieder auf die Tunneldecke verfrachtet worden. Die Arbeiten an der parkähnlichen Anlage über dem Tunnel sollen nächstes Frühjahr beginnen, ebenso wie der Bau der Verbindungsstrasse vom Hülften-Kreisel bis zum nördlichen Tunnelportal an der Wölferstrasse. Bis dahin wird in den Tunnelröhren weitergearbeitet: Die Sicherheitsausrüstung wird eingebaut, die Elektronik verlegt und die Fahrbahnen aufgetragen.

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