Der Baselbieter Regierungspräsident Isaac Reber will nichts wissen vom Vorstoss der SVP, die gemeinsame Universitäts-Trägerschaft mit Basel-Stadt aufzukündigen. Dies käme einem «Knieschuss» gleich, warnt der Grünen-Politiker aus Sissach im grossen bz-Interview.

Ein Baselbieter Ausstieg würde die Uni schwächen, was im Hinblick auf eine starke Wirtschaftsregion fatal wäre. Schliesslich hätten vor zehn Jahren 82 Prozent der Baselbieter Stimmberechtigten der gemeinsamen Uni-Trägerschaft zugestimmt, weil sich Baselland davon einen Vorteil versprach.

Abkehr von 50:50-Finanzierung

Allerdings werden die beiden Basel nicht um Neuverhandlungen über die Höhe des künftigen Baselbieter Beitrags herumkommen, kündigt Reber an: «Die Diskussion über die Höhe des Baselbieter Beitrags wird wohl unvermeidlich sein.»

Reber fordert nicht nur, dass bei Neuverhandlungen «die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Trägerkantone stärker berücksichtigt» wird; also dass im Klartext von der bisherigen 50:50-Finanzierung zwischen den beiden Basel abgerückt wird und Baselland künftig weniger bezahlt. Reber möchte auch gemeinsam mit Basel-Stadt den Bund bei der Uni-Finanzierung stärker in die Pflicht nehmen.

Entscheidend aus Baselbieter Sicht werde sein, dass die Regierung wie beim Ringen um die Finanzierung des «Herzstücks» der Regio-S-Bahn mit einer «klaren Haltung» Basel-Stadt gegenübertritt. Die Projektierung des «Herzstücks» wird zu einem Drittel von Baselland und zu zwei Dritteln von Basel-Stadt finanziert.

Gleichzeitig kritisiert Reber die fehlende Solidarität der Nehmer-Kantone im nationalen Finanzausgleich. Es sei inakzeptabel, dass dem Baselbiet ein Sitz im Hochschulrat verweigert worden ist. Die Nehmer-Kantone müssten begreifen, dass Baselland nur als Geberkanton funktionieren kann, wenn es in Bildung und Forschung stark bleibe. Es ist das erste Mal, dass sich ein Mitglied der Baselbieter Regierung zur Uni-Finanzierung so klar äussert.

Lesen Sie das Interview in der bz vom Mittwoch.