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Der Verein Cartons du Coeur verteilt Esswaren an bedürftige Menschen

Jeden Freitagabend können ärmere Menschen im katholischen Kirchgemeindehaus in Pratteln Lebensmittel beziehen.

Jeden Freitagabend können ärmere Menschen im katholischen Kirchgemeindehaus in Pratteln Lebensmittel beziehen.

Viel zu viele Esswaren werden einfach in den Abfall geworfen. Nun verteilt der Verein Cartons du Coeur die überschüssigen Lebensmittel an bedürftige Menschen. Über 60 ehrenamtliche Helfer, unter anderem auch die Migros, spenden für den Verein.

Jährlich landen Tonnen von Lebensmitteln im Müll, obwohl sie noch konsumiert werden könnten. Der Verein Cartons du Cœur Baselland hat sich dieses Problems angenommen und verteilt überschüssige Esswaren an bedürftige Menschen. Rund 500 Personen aus dem Baselbiet, die unter der Armutsgrenze leben, profitieren vom Angebot.

Jeweils am Freitagabend können im katholischen Kirchgemeindehaus in Pratteln frisches Gemüse, Früchte, Brotwaren und Milchprodukte gratis bezogen werden. Aber auch süsse und salzige Leckereien seien vorhanden, erklärt Vereinspräsidentin Sylvie Anderrüti. Die Nahrungsmittel stammen grösstenteils aus neun Migros-Filialen in der Region. Einerseits stellt der Detailhändler selbst Frischwaren, die tagsüber nicht verkauft werden konnten, zur Verfügung. Andererseits legen Kundinnen und Kunden jeden Tag zahlreiche Produkte in die roten Spendenboxen. Zusätzlich zur wöchentlichen Abgabe verteilt der Verein alle zwei Monate Lebensmittelpakete mit haltbaren Grundnahrungsmitteln.

Auf Spenden angewiesen

Über 60 ehrenamtliche Helfer stehen für den Verein im Einsatz, von denen ein Viertel selbst von Armut betroffen ist. Insgesamt werden pro Woche zwischen 800 und 1000 Kilogramm Lebensmittel mit dem Kühlwagen abgeholt. Dank der Institution sei es vielen Bedürftigen möglich, sich besser in die Gesellschaft zu integrieren, sagt Anderrüti. Gerade Hobbys würden häufig dem knappen Budget zum Opfer fallen. «Wenn nur wenig Geld da ist, wird dieses zuerst für Nahrung ausgegeben.» Die Abgabe von Lebensmitteln führe dazu, dass mehr in die Freizeitgestaltung investiert werden könne.

Die Dienste von Cartons du Cœur werden von Einzelpersonen und Familien in Anspruch genommen, die häufig zu den sogenannten Working Poor gehören. Gemäss der Präsidentin wird man nicht staatlich subventioniert, sondern ist auf Spenden angewiesen. Dem seit 2009 bestehenden Verein wird hauptsächlich von Privaten, Stiftungen und Kirchen finanziell unter die Arme gegriffen. Für kommenden Januar ist die Eröffnung eines zweiten Verteilzentrums in Allschwil geplant, dem möglicherweise sogar ein drittes folgen wird. 

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