Gundeldinger Quartier

Der Verkehr soll nicht verkehrt laufen im Gundeli

Der Verkehr soll als Aspekt eines ganzen Quartiers betrachtet werden

Der Verkehr soll als Aspekt eines ganzen Quartiers betrachtet werden

Zurzeit werden in Basel verkehrspolitische Weichen gestellt. Im Zentrum steht neben dem Ausbau der Osttangente der Autobahnanschluss Basel-City, bekannt als «Gundeli-Tunnel».

Laut dem Bau- und Verkehrsdepartement soll die Strasse das Gundeldinger Quartier vom Autobahnzubringer- und anderem Durchgangsverkehr entlasten. Der Bund würde zwei Drittel der veranschlagten 611 Millionen Franken an Baukosten übernehmen, da der Abschnitt laut Netzbeschluss von 1960 zum Nationalstrassennetz gehören soll.

Anwohner bringen sich ein

Für das Gundeldinger Quartier werden die verkehrstechnischen Massnahmen der nächsten Jahre wegweisend sein. Entsprechend engagiert zeigen sich die verschiedenen Quartiervereine, gebündelt von der Quartierkoordination Gundeldingen. Man will der Regierung nicht blind vertrauen, sondern vielmehr Anwohner und Betroffene einbringen in die Projektierungen und Entscheidungsfindungen.

Unter dem Motto «Damit der Verkehr nicht verkehrt läuft» fand am Samstag in der Quartierhalle Querfeld ein öffentlicher Workshop statt. Es trafen sich Anwohner, Gewerbetreibende und Politiker um Bedürfnisse, Wünsche und Anregungen betreffend des Verkehrs im Gundeldinger Quartier zu formulieren.

Verkehr als Aspekt eines Quartiers

Es ging ausdrücklich darum, den Verkehr als Aspekt eines ganzen Quartiers zu sehen, eines Quartiers, das sich in einer Entwicklungsphase befindet. So wurden Neubauprojekte wie die Bahnhofspasserelle, aber auch die fortschreitende Erschliessung des Dreispitz-Areals einbezogen.

Viel Leute, die im Gundeldinger Quartier leben und arbeiten, möchten nicht fünf und nicht zehn Jahre auf eine Verkehrsberuhigung warten und wünschen Tempo-30-Zonen, sodass sie ihre Kinder ohne Angst auf die Strasse lassen können. Die Überwindung des Riegels Bahnhof SBB soll eine bessere Anbindung an die Innenstadt bringen. Längerfristig Planende denken gar an visionäre Projekte: Das Gundeldinger Quartier als Modell intelligent abgewickelten Verkehrs. Auch die selbstkritische Aufforderung, beim eigenen Verhalten im Verkehr einen Anfang zu machen, taucht auf. Tatsächlich soll der Binnenverkehr einen nicht unbeträchtlichen Teil des Verkehrsaufkommens im Quartier ausmachen.

Repräsentatives Positionspapier

Einige besinnen sich inmitten der Projekte darauf, worum es am Ende geht und eine Frau sagt: «Verkehr ist nun mal kein Selbstzweck. Wir müssen uns überlegen, wie wir leben wollen und den Verkehr danach richten.» Anhand der am Samstag gesammelten Wünsche, Bedürfnisse und Vorschläge will die Quartierkoordination ein repräsentatives Positionspapier erarbeiten. Dieses soll in die Podiumsdiskussion einfliessen, die am 8. Dezember im Gundeldinger Casino stattfinden wird.

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