Am kommenden Sonntag entscheidet sich bei den Regierungs- und Landratswahlen, wohin der Kanton Baselland in den nächsten vier Jahren steuert. Also ein wichtiges Datum in einer Demokratie mit entsprechend hoher Stimmbeteiligung, könnte man meinen. Stattdessen bestätigt sich ein Trend, der im Baselbiet schon fast Tradition hat: Bei kantonalen Wahlen ist die Beteiligung tief; vor vier Jahren ging nur jeder dritte Wahlberechtigte an die Urne.

Und jetzt sieht es – teils – noch schlechter aus. Zumindest vermittelt dieses Bild eine Nachfrage bei einigen Gemeinden. In Reinach sagt die Kommunikationsverantwortliche Barbara Hauser, dass bis Stand gestern Mittwoch 2850 Wahlcouverts bei der Gemeinde eingegangen seien. Das entspreche 1200 bis 1500 Couverts weniger als normalerweise zu diesem Zeitpunkt vor Wahlen. Hauser schliesst daraus denn auch: «Im Moment sieht es nach einer tiefen Wahlbeteiligung aus.»

Nur Buus schwingt obenaus

Die Gemeinde Allschwil kann nicht so detaillierte Informationen liefern. Dies, weil das Wahlbüro die eingegangenen brieflichen Wahlcouverts erst am Samstag zählt, wie der für die Kommunikation zuständige Adrian Jeker sagt. Aber er sagt auch: «Im Vergleich zu vergangenen Wahlen ist der erste Eindruck, dass der bisherige Eingang von Wahlcouverts leicht geringer ist als bei vorangegangenen Wahlen.»

Ähnlich die Situation in Muttenz. Dort sind bis gestern Morgen 2400 Wahlcouverts eingegangen, was knapp 20 Prozent der Wahlberechtigten entspricht. Beat Schreier, in Muttenz Stimmregisterführer, sagt: «Wenn ein Drittel an die Urne geht, ist es gut.» Vor vier Jahren waren es rund 3700 von 12'100 Wahlberechtigten, was einer Beteiligung von knapp 31 Prozent entsprach.

In Liestal haben bis Schalterschluss am Dienstagabend 1576 Wähler ihre Couverts abgegeben. Das sind knapp 18 Prozent der Wahlberechtigten. Stadtverwalter Benedikt Minzer geht aufgrund dieser Zahl von einer durchschnittlichen Beteiligung aus. Doch, so fügt er bei, könne in den nächsten Tagen noch viel passieren.

Es gibt aber auch eine gegenteilige Trendmeldung: Aus dem kleinen Buus kann die stellvertretende Gemeindeverwalterin Jenni Schneider zwar von keinen konkreten Zahlen berichten, sie sagt aber: «Es sieht nach einer ganz ordentlichen Stimmbeteiligung aus. Vielleicht ist das so, weil mit Thomas Weber ein Regierungsrat aus unserem Dorf zu den Wahlen antritt.»