Therwil

Die 99er setzen sich an der Herrenfasnacht ein Denkmal

Die Therwiler Fasnächtler würdigen die Renovation der Kirche St. Stephan.

«Vorwärts, Marsch.» Punkt 14 Uhr, eine halbe Stunde früher als in Oberwil, setzen sich gegen 500 aktive «Därwiler» Fasnächtlerinnen und Fasnächtler in Bewegung. Tausende Besucher verteilten sich im Herzen des Dorfs entlang der Hauptstrasse vom «Bahnhöfli» bis zum Löwenkreisel, um sich vom fasnächtlichen Treiben anzustecken. Wer im vergangenen Jahr die Schlagzeilen in der Zeitung nicht aufmerksam verfolgt hat, ist spätestens nach der Fasnacht über das lokale, kantonale, nationale und teils auch über das Weltgeschehen im Bild.

Die Therwiler Fasnacht ist eine mehrheitlich lokal geprägte Fasnacht, so auch die Sujets. Man muss fast schon ein Insider sein, um alle Themen der «99er» zu verstehen. Auch den Hintergrund des diesjährigen Sujets wird nicht jedermann auf Anhieb erraten, wenn er «Mir setzä n’is ä Dänggmol» zu hören bekommt.

Im Rahmen der Europäischen Tage des Denkmals entschied die Baselbieter Denkmalpflege, die Renovation der Barockkirche St. Stephan zu würdigen. Aber nicht nur die Kirche in Therwil ist denkmalwürdig. Das grösste Denkmal ist für die Therwiler ihre «Därwiler Fasnacht». Wer abends durchs Dorf schlendert, hat sich vielleicht auch schon zu früh gefreut, wie das den 99er Rotznasä passiert ist:

Z’Därwil isch Zobe wieder öbis los,
e neus Rotliecht Fenster an dr
Bahnhofstross.
I ha mi gfreut wie in Amsterdam
heissi Fraue z’gseh.
Aber das isch jo nur die renovierti BLKB.

Breiten wir das Augenmerk auf die Schweiz aus, da freuen sich die 99er Rotznasä über die Gleichberechtigung der Frauen und Männer:

Alli Fraue in dr Schwiz uf dr Strosse.
I ha gmeint streicke düen nur die Dütsche und d Franzose.
I finds guet und unterstütz das sehr,
1 Tag Usgang im Johr isch jo schliesslich fair.

Natürlich fehlt auch Greta Thunberg beim Därwiler Dursli nicht:

Jedä und jedi muess seit d’Klimagöttin Greta Thunberg – sich isetzä für dr Klimaschutz.
Kei Fleisch me ässä – nid fliegä – Solarmobil fahrä – so dr CO2-Usstoss vrringerä – gopfriedstutz.
Gäll .... – do muesch d’Augä rollä und drei Mol leer schluggä,
duesch jetzt grad ä Furz vrdruggä

Therwil erlebte ein ereignisreiches Jahr 2019, das ist auch den 99er Ungrade nicht entgangen. Letzten Sommer gingen die Eltern eines Therwiler Mädchens bis vor Bundesgericht, um ihrem Kind den Wunsch eines Baumhauses zu ermöglichen – allerdings erfolglos.

Ei Mais, sehsch’s uns a, was wämmer euch verzellä.
S’het ein sinni Baumhüttä in ä Baum stellä wellä.
As das an gwüssä Ort eifach nid duet ane passe,
me muesses verstoh und chli nä ganz glasse.
Doch wäg däm Abfallholz in dr Baumchronä bis vor’s Bundesgricht – ich due mi hintersinnä,
s’cha nid si – nid emol d’Ettiger düen so spinnä.

Die 99er Ungrade bringen es auf den Punkt:

Mir chömmä zum Schluss und mache ä Chreis.
Dir liebä Lüt, z’Därwil isch ei Mais.

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