Abkühlung

Die Baselbieter Badis sind heiss begehrt

In den Baselbieter Badis klingelten dank der vergangejen Hitzeperiode die Kassen.

In den Baselbieter Badis klingelten dank der vergangejen Hitzeperiode die Kassen.

Ob Liestal, Reinach, Laufen oder Sissach – die Verantwortlichen der Freibäder kommen ins Schwärmen. Die Hitzeperiode lässt die Besucherzahlen stark steigen und die Kassen klingeln. Doch der Ansturm hat auch Nachteile.

Das Gartenbad Gitterli in Liestal registrierte allein letzten Sonntag 3000 Eintritte, was bisherigen Saisonrekord bedeutet. «Die absolute Rekordmarke liegt bei 3352, erreicht an einem August-Sonntag im Jahr 2013», berichtet Heike Zilio von der Sport- und Volksbad Gitterli AG. Vergangene Woche seien noch viele Schulen gekommen. Derzeit finden Schwimmkurse statt, weshalb das Gartenbad Gitterli die Schulsommerferien noch nicht spürt. Zu einem Highlight kommt es nächsten Samstag mit der Ausscheidung zur ersten Weltmeisteschaft im Badewannenrennen. Letztes Jahr fand die Europameisterschaft in Liestal statt.

Der vergangene Monat war im Gartenbad Reinach noch schlechter als der Juni 2014. «Dafür ist diese erste Juli-Woche top», erklärt Betriebsleiter Aldo Battilana. 15 000 Badegäste seit letztem Mittwoch, so gut wie Juni und Juli im Rekordsommer 2003. «Extrem gut lief es am vergangenen Samstag, als wir bis Mitternacht geöffnet hatten», sagt Battilana. Während der Ferien sei nie viel los; in dieser Phase rechnet der Betriebsleiter des Gartenbads Reinach mit 1500 bis 1800 Leuten täglich.

Der grosse Zustrom bereitet ihm nicht nur Freude. Bei derart vielen Leuten sei der Müll immer ein Problem. «Wenn sie den Abfall zusammenräumen würden, könnten die Badmeister früher nach Hause», appelliert Aldo Battilana an die Besucherinnen und Besucher und fügt an: «Nach Betriebsschluss müssen wir täglich bis zweieinhalb Stunden Abfälle einsammeln.»

Davon kann auch der Chef-Badmeister des Schwimmbads Nau in Laufen, Matthias Jermann, ein Lied singen. Er beobachtet ebenfalls, wie Unrat rücksichtslos liegen gelassen wird. Jermann macht noch auf ein anderes Problem aufmerksam. «Unvernünftig, wie sich teilweise Leute verhalten. Nichtschwimmer springen einfach ins Schwimmerbecken», tadelt er. Die Badmeister müssten dann eingreifen. Oder bei Zurechtweisungen würden sie manchmal unfreundlich abgeputzt, klagt Matthias Jermann.

Das letzte Jahr sei zwar «in die Hosen» gegangen, dafür hätten sich die Aktivschwimmer gefreut, weil sie immer genügend Platz gehabt hatten, blickt Jermann zurück. Doch dieser will nicht nur klagen. Für heuer kann er erfreuliche Zahlen mitteilen. Seit 1. Juli seien täglich stets über 2000 Eintritte gezählt worden. Am Sonntag waren es gar 2700. Das Laufner Schwimmbad profitiert auch von Welschen und Elsässern. «Sie kommen gerne zu uns», weiss der Chef-Badmeister.

Im Rekordsommer vor zwölf Jahren verzeichnete das Bad total 112 000 Badegäste, regelmässig kamen 3700 pro Tag. Jermann bestreitet die Betriebstage zusammen mit einem weiteren Badmeister. An stark frequentierten Wochenenden stehen mehr Aufsichtspersonen im Einsatz.

Doppelt so viele Gäste in Sissach

«Die Leute haben gewartet, bis das Wetter schön wird. Dann sind sie in Scharen gekommen», resümiert Mirco Sobisch, der Betriebsleiter des Schwimmbads Sissach. Er zeigt sich mit den bisherigen Zahlen dieses Sommers zufrieden. Letzten Samstag und Sonntag fanden je 1500 Gäste den Weg ins Schwimmbad. «Dies erfordert personelle Verstärkung, die Badmeister sind vermehrt am Beckenrand», betont Sobisch. An durchschnittlichen Tagen sind es 700 bis 800 Besucher. Mit dem Beginn der Schulsommerferien stellt er fest, dass die Besucherzahlen leicht zurückgehen.

Die Sissacher Badi wurde in den vergangenen Jahren umfassend saniert. Im Mai 2014 gingen die Arbeiten zu Ende. Danach wurden noch einige Kinderkrankheiten ausgemerzt. Dieser Sommer ist die erste Saison, in der die vollständige Infrastruktur genutzt werden kann.

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