Bienensterben

Die beiden Basel wollen mit Fachstelle das Bienensterben bekämpfen

Trotz Völkersterben gibt es sie noch, die Bienen. Eine neue Fachstelle soll dafür sorgen, dass das auch in Zukunft so bleibt.  Archiv/Andrea Weibel

Trotz Völkersterben gibt es sie noch, die Bienen. Eine neue Fachstelle soll dafür sorgen, dass das auch in Zukunft so bleibt. Archiv/Andrea Weibel

Noch immer gibt es grosse Verluste bei den Bienenvölkern. Nun wollen die beiden Basel zusammen mit Solothurn eine Fachstelle gründen, um den Tieren zu helfen.

Die EU schlägt Alarm: «Der Gesundheitszustand der europäischen Bienen ist sehr, sehr besorgniserregend.» Dies hatte im Januar ein ungarischer Agrarminister gewarnt. Auch in der Schweiz ist in den vergangenen zehn Jahren die Hälfte aller Bienenvölker verschwunden. Derzeit gibt es laut Hochrechnungen noch etwa 120000 Bienenvölker. «Es gibt sogar Gegenden in der Schweiz, in denen die Bienen fast ausgestorben sind», sagt Reto Habisreutinger, Jung-Imker aus Eptingen.

Nun wollen die beiden Basel handeln. Gemeinsam mit dem Kanton Solothurn planen sie eine Bienenfachstelle. Diese soll im Wallierhof im solothurnischen Riedholz angesiedelt werden. Ziel ist, den Rückgang der Bienenvölker zu verlangsamen und langfristig zu stoppen. Das Augenmerk liegt dabei auf der Weiterbildung der Imker, erklärt Josef Brägger vom Wallierhof. «Die grösste Bedrohung für die Biene ist die im Jahr 1984 eingeschleppte Varroa-Milbe.» Diese gelte es in den Griff zu bekommen, und das ginge nur über die bessere Ausbildung der Imker.

Sinnvoller als Subventionen an Imker

Dieser Meinung ist auch der Lupsinger Marcel Strub, Präsident des Bienenzüchterverbands beider Basel. Die Fachstelle hält er sogar für sinnvoller als etwa Subventionen an die Imker, was der Titterter SP-Landrat Hannes Schweizer in einem Postulat vorgeschlagen hatte. «Doch was uns momentan fehlt, sind Ausbildner», hält Strub fest. Denn der Nachwuchs bei den Imkern sei vorhanden: «Wir haben viele Interessenten und können uns wirklich nicht beklagen.»

Wichtig sei die Weiterbildung aber auch für langjährige Imker. «Bevor die Milbe auftauchte, war imkern viel einfacher», sagt Hans Stampfli aus Riehen, Ehrenpräsident des Bienenzüchterverbands. «Heute braucht es viel mehr Zeit, und der Imker muss ständig aufpassen, um auf Krankheiten reagieren zu können.»

Finanziert werden soll die Stelle laut Brägger durch Kantonsbeiträge, abgestuft nach der Zahl der jeweiligen Imker. In Basel-Stadt sind es etwa 70, im Baselbiet und im Kanton Solothurn je rund 700. Solothurn hat die halbe Stelle bereits bewilligt, Baselland noch nicht. Kommt nichts dazwischen, wird im Jahr 2012 mit der Fachstelle losgelegt. Derzeit erhält der Bienenzüchterverband einzig einen jährlichen Zustupf von 2000 Franken, die für Kurse gebraucht werden. «Doch das ist ein Tropfen auf den heissen Stein», so Strub.

«Hoffentlich nicht zu spät»

Habisreutinger hofft, dass für einmal nicht nur über das Bienensterben geredet, sondern dass auch gehandelt wird. «Irgendeinmal werden auch die Politiker aufwachen. Hoffentlich ist es dann nicht zu spät», sagt er. Doch grundsätzlich zeigen sich die Imker verhalten optimistisch, dass die Tage der Biene noch nicht gezählt sind. «Wir hoffen, dass die Talsohle jetzt erreicht ist», betont Strub. Zwar gebe es auch in diesem Winter einige regionale Imker mit Totalverlusten bei ihren Völkern. Doch es sehe besser aus als letztes Jahr, als die Verlustquote 30 Prozent betragen hatte. Strub schätzt die diesjährige auf 15 bis 20 Prozent. Genau sagen lässt sich das nicht, da der Winter noch einmal zurückkehre und erst später abgerechnet wird.

Klar ist: In der Nordwestschweiz mit den vielen Obstplantagen ist die Biene ein wichtiges Tier. Im letzten Jahr mussten zur Bestäubung teilweise gar Bienen importiert werden – was Krankheiten begünstigen kann. Zum ersten Mal treffen sich darum Fachleute aus Obstbau und Imkerei am
23. März in Sissach an einem Forum, um gemeinsam Lösungen zu finden.

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