Hochwasser

Die Birs rund ums Schloss Zwingen soll gezähmt werden

Das Hochwasser 2007 in Zwingen.

Das Hochwasser 2007 in Zwingen.

Zwingen wurde mehrmals durch Hochwasser überrascht. Nun soll die Birs mit diversen Massnahmen im Gebiet des Schlosses gezähmt werden. Bund, Kanton und Anstösser sollen die 2,2 Millionen Franken dafür aufbringen.

Die schrecklichen Bilder des Jahrhunderthochwassers im August 2007 geistern immer noch in den Köpfen der Laufentaler Bevölkerung herum. Innerhalb von 15 Stunden fielen gegen 120 Millimeter Regen, was der durchschnittlichen Regenmenge eines ganzen Monats entspricht. Ganze Landstriche wurden überschwemmt, Keller gefüllt, Wehre und Brücken durch Baumstämme verstopfte - es gab nichts ausser Wasser, soweit das Auge reicht.

Das Baselbieter Tiefbauamt hat seither Massnahmen für den Hochwasserschutz in Liesberg, Laufen, Zwingen und Grellingen erarbeitet. Gegenwärtig wird ab Riedes-Dessus im Kanton Jura Richtung Liesberg begonnen, die Birs beidseitig zu erweitern.

«Wir sind gebrannte Kinder und haben nasse Füsse», meint Gemeindepräsident Benno Jermann zur Tatsache, dass in Zwingen Hochwasser Tradition hat. 1938, 1973 und 2007 stand Zwingen immer wieder unter Wasser. Das Schloss Zwingen wird südlich von der Birs umflossen und nördlich von einem Kraftwerkkanal eingefasst, der erst bei der Dorfstrasse wieder in das alte Birsbett einmündet. Das Baselbieter Amt für Wasserbau und das Ingenieurbüro Böhringer haben deshalb beschlossen, die Birssohle nach der Einmündung abzusenken und die Blockrampe teilweise zurückzubauen. Das Ufer soll gesichert und strukturiert werden.

Zum Schutz der landwirtschaftlich genutzten Ribimatte soll bis zur Einmündung der Lüssel ein kleiner flacher Damm gebaut werden. Zwischen Birs und Kraftwerkkanal ist ein Entlastungskanal vorgesehen, der das Wasser gleichmässig verteilt. Um die alte und unter Denkmalschutz stehende Holzbrücke vor dem Schloss zu erhalten, will man die Pfeiler entfernen und gleichzeitig die Brückenplatte verstärken.

All diese Massnahmen kosten 2,2 Millionen Franken, wovon 35 Prozent der Bund übernimmt. Der Rest teilen sich Kanton und Anstösser auf - im Verhältnis 80 zu 20. Den Anstössern wird angeboten, Uferstreifen unentgeltlich an den Kanton abzutreten, um keine Anstösserbeiträge und keine Unterhaltskosten zu bezahlen. Die Nutzung solcher Streifen bleibt ihnen trotzdem noch erhalten.

Wie Jaroslav Misun, Leiter Abteilung Wasserbau betont, haben die Hochwasserschutzmassnahmen keinen Einfluss auf das Projekt des geplanten und umstrittenen Wasserkraftwerks. Bezüglich des Gebiets «I de Wide» verweist er auf die Inkaufnahme, den Golfplatz bei Hochwasser überfluten zu lassen.

Bis Ende Oktober hat die Bevölkerung von Zwingen in einem Mitwirkungsverfahren die Möglichkeit, Bedenken oder Anregungen zu diesen Massnahmen zu formulieren. 2015 soll der Landrat den Beschaffungskredit dazu genehmigen so könnte ein bis zwei Jahre später mit der Realisierung begonnen werden.

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