Inertstoffdeponie

Die Deponie «Eichenkeller» hat endgültig ausgedient

300'000 Kubikmeter Inertstoff hätten auf der Deponie Platz gefunden.

300'000 Kubikmeter Inertstoff hätten auf der Deponie Platz gefunden.

Die Inertstoffdeponie oberhalb von Reigoldswil wird rekultiviert. Der Gasleitungsbruch im Frühling 2014 besiegelte ihr Ende.

Die Deponie Eichenkeller bei Reigoldswil, unterhalb welcher Ende März 2014 die Erdgasleitung der Gasverbund Mittelland AG geborsten ist, wird definitiv stillgelegt. Nach dem Zwischenfall wurde ihr Betrieb vorsorglich gestoppt. Im weiträumigen Umfeld von Bruchstelle und Deponie erfolgten gross angelegte geologische Messungen. Denn seit 2013 hatte das sogenannte Hangkriechen partiell gegen fünf Zentimeter pro Jahr betragen. Der Hang ist schon seit Jahrzehnten in Bewegung. Dies zeigten Messungen von Grenzsteinen aus den 1920er-Jahren.

«Man konnte nie eruieren, ob die Auffüllung der Deponie einen Zusammenhang mit der gebrochenen Gasleitung hatte», erklärt Gemeindepräsident Urs Casagrande. Laut dem Baselbieter Amt für Umweltschutz und Energie (AUE) fällten Vertreter der Grundeigentümer – die Bürgergemeinde Reigoldswil und ein Landwirt –, der Betreiber sowie des AUE als Aufsichtsbehörde den Stilllegungsentscheid «einvernehmlich». Dieser Beschluss und die Überführung in die ordentliche Nachsorge sei die sinnvollste Lösung. «Die neusten Hangmessungen bewegten sich im normalen Bereich», sagt Casagrande. Im vergangenen Juni hat der Kanton die Verfügung erteilt, die Deponie definitiv abzuschliessen und naturnah auszugestalten.

Die intensiven Untersuchungen seit dem Ereignis von 2014 kosteten die Grundeigentümer einen sechsstelligen Betrag. Sie sind noch nicht abgeschlossen. Die Hangbewegungen müssen auch in den kommenden Jahren überwacht werden. Die Kontrolle ist gesetzlich vorgeschrieben und Teil der Verfügung.

Keinen grossen Einfluss auf Entsorgungssicherheit

«Die geordnete Stilllegung und Nachsorge sind Aufgaben der Grundeigentümer und Betreiber von Deponien. Dafür müssen Rückstellungen gebildet und Sicherheitsleistungen erbracht werden», so Dominic Utinger vom Amt für Umweltschutz und Energie. Der Kanton leistet keine finanzielle Entschädigung.

Das in Kooperation mit dem AUE ausgearbeitete Abschlussprojekt sieht zahlreiche Rückbauten von Installationen vor sowie Materialumlagerungen und Terrainverschiebungen innerhalb des Deponieperimeters. «Sobald es das Wetter zulässt, wird gerodet. Danach wird Humus aufgetragen und wieder aufgeforstet», blickt Reigoldswils Gemeindepräsident Urs Casagrande voraus. Diese Arbeiten dürften im Laufe des kommenden Jahres beendet sein.

Die Deponie des Typs B (früher Inertstoffdeponie) war auf 300'000 Kubikmeter Aushubmaterial ausgelegt. 2011 erteilte der Kanton eine Errichtungsbewilligung. Bis zum Gasleitungsbruch war die Deponie zu gut einem Fünftel gefüllt.

Der «Eichenkeller» war wegen seiner relativ geringen Grösse nicht von grosser Bedeutung für die Entsorgungssicherheit in der Region. Aber Deponieraum sei grundsätzlich ein knappes und kostbares Gut, meint Utinger.

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