Knatsch

Die Dornacher kritisieren ihren Gemeindepräsidenten: In einem offenen Brief fordern sie Antworten

Christian Schlatters Kritiker nehmen zu.

Christian Schlatters Kritiker nehmen zu.

Die öffentlichen Kritiker von Christian Schlatter nehmen zu. Nach Kritik im Gemeinderat, zeigen sich jetzt auch mehrere Einwohner unzufrieden.

Im Gemeinderat von Dornach hängt der Haussegen seit einiger Zeit ordentlich schief. Besonders zwischen dem Gemeindepräsidenten Christian Schlatter (Freie Wähler Dornach) und seinem Vize Daniel Müller (FDP) ist die Stimmung mehr als angespannt.

Vor Kurzem beantragte Müller ein Disziplinarverfahren gegen seinen Kontrahenten (die bz berichtete). Grund dafür war ein Eintrag von Christian Schlatter auf dem Jobportal Linkedin. Dort gab er an, für Aufträge zur Verfügung zu stehen. Dies obwohl das Gemeindepräsidium in Dornach ein Vollamt ist. Fünf der insgesamt neun Gemeinderatsmitglieder lehnten eine Untersuchungskommission zum Vorfall ab. Doch auch sonst steht Christian Schlatter unter Beschuss.

Kritisiert wurden zum Beispiel zwei kurz aufeinanderfolgende Stellenwechsel in der Finanzverwaltung. Zudem agiere das Exekutivoberhaupt oft konfus und intransparent. Fragen würden von Schlatter nur unzureichend beantwortet, sein Führungsstil sei autokratisch. Das sagte Müller im Juli gegenüber dieser Zeitung. Auch wenn dieser nicht an einen Erfolg glaubt, soll nun ein externes Coaching die Wogen im Gemeinderat glätten.Gestern erreichte dann ein offener Brief den Gemeindepräsidenten. Unterzeichnet haben ihn zehn Einwohner mit Namen.

Die Dornacher haben viele Fragen

Diese schreiben: «Wir machen uns ernsthafte Sorgen um die Zukunft von unserem Dorf». Dann folgt eine Reihe von Fragen an Christian Schlatter. So wollen die «besorgten Einwohner» etwa wissen, was die Gründe für die Stellenwechsel in der Finanzverwaltung sind, wie viel Geld in verschiedene Projekte investiert wurde oder was die Grünabfuhr in Zukunft kosten soll.

Robert Hofer, Einwohner von Dornach und Mitunterzeichner des Briefes kritisiert den Gemeindepräsidenten scharf: «Unter der jetzigen Führung hat der Gemeinderat kein einziges Bauprojekt im Dorf auf die Reihe gebracht». Die Schuld gibt er Christian Schlatter. Dieser sei zwar ein sympathischer junger Mann, ihm mangle es aber an Führungserfahrung. Mit dem vorliegenden Brief wollen die Kritiker die Leute in der Gemeinde für die herrschenden Missstände sensibilisieren und endlich Antworten auf die vielen offenen Fragen erhalten. Denn auch die Einwohner würden die Transparenz vermissen: «Immer mehr Gemeinderatssitzungen finden hinter geschlossenen Türen statt», sagt Hofer. Und das auch bei Angelegenheiten, die eigentlich von öffentlichem Interesse seien. So zum Beispiel bei der Wahl von Lehrkräften.

Mit dem Brief versuchen die Unterzeichner auch die noch herrschende Überzahl an Befürwortern von Schlatter ins Wanken bringen. Denn auch diese seien Schuld daran, dass so vieles schief läuft.

Autor

Zara Zatti

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