Nationale Vorlagen

Die durchschnittlichen Baselbieter

Die Abstimmungen vom 5. Juni

Die Abstimmungen vom 5. Juni

Baselland festigt seinen Ruf als Trendkanton. Bei den nationalen Vorlagen stimmten die Baselbieter fast haargenau wie die Gesamtschweiz im Durchschnitt. Nur einzelne Gemeinden liefern Ausreisser.

Baselland festigte am gestrigen Abstimmungssonntag seinen in jüngerer Vergangenheit erworbenen Ruf als politischer Durchschnittskanton: Bei allen fünf eidgenössischen Vorlagen lag das Baselbiet im Trend, die höchste Abweichung vom nationalen Resultat lag bei gerade einmal bei 2,2 Prozentpunkten – der Vorlage zur Fortpflanzungsmedizin. Hier sagten im Landkanton 60,2 Prozent Ja, national waren es 62,4 Prozent.

Dieser Übereinstimmung im Vergleich zur Gesamtschweiz stehen teilweise grosse Unterschiede im Abstimmungsverhalten innerhalb des Kantons gegenüber. So wurde die Asylgesetzrevision, die am kontroversesten diskutierten Vorlage, im Baselbiet mit 68,4 Prozent Nein-Stimmen deutlich gutgeheissen, mit dem kleinen Laufentaler Dorf Nenzlingen meldete aber eine Gemeinde ein Nein (53,2 %). Nur knappe Ja-Mehrheiten resultierten zudem in Waldenburg, Bennwil und Häfelfingen. Generell fiel die Zustimmung im vorstädtischen Unterbaselbiet höher aus als im ländlichen Oberbaselbiet und Laufental. Das klarste Ja lieferte aber kurioserweise das kleine Titterten (74,84 %) vor Liestal (74,73 %) und Münchenstein (73,43 %). Bei der Liberalisierung der Fortpflanzungsmedizin sagten 21 der 86 Gemeinden im Gegensatz zur Kantonsmehrheit Nein – ausnahmslos Dörfer im ländlichen Raum.

Liedertswil sagt Ja zu «Milchkuh»

Bei der Milchkuh-Initiative «für eine faire Verkehrsfinanzierung» resultierte im ganzen Baselland ein einziges und zudem knappes Ja – es kam aus Liedertswil mit 52,11 Prozent. Die Ja-Anteile waren bei dieser Vorlage im ländlichen Raum generell höher, auf Bezirksebene noch die grösste Zustimmung lieferte der Bezirk Laufen mit 38,39 Prozent.

Zur Volksinitiative für ein bedingungsloses Grundeinkommen sagte erwartungsgemäss keine einzige Baselbieter Gemeinde Ja; noch die höchsten Ja-Anteile vermeldeten interessanterweise die ländlichen Gemeinden Oltingen (33,33 %), Dittingen (32,68 %) und Langenbruck (31,73 %). Ebenfalls ohne ein einziges Ja blieb die Service-Public-Initiative. Ein Fast-Ja gab es in Liedertswil (49,28 %), auch in anderen kleinen Landgemeinden wie Burg oder Roggenburg stiess die Initiative auf vergleichsweise grosse Sympathien.

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