SV Muttenz

Die Erwartungen mehr als erfüllt – SV Muttenz schiesst Tore am Laufmeter

Der Aufsteiger SV Muttenz hatte in dieser Hinrunde viel zu bejubeln: Platz 7, Tore am Laufmeter - und das mit einer vergleichsweise sehr jungen Mannschaft. (zvg / EH Presse)

Der Aufsteiger SV Muttenz hatte in dieser Hinrunde viel zu bejubeln: Platz 7, Tore am Laufmeter - und das mit einer vergleichsweise sehr jungen Mannschaft. (zvg / EH Presse)

Die regionalen Teams aus der Promotion League und der 1. Liga blicken auf eine gute erste Saisonhälfte zurück.

«Endlich Winterpause», entfuhr es Samir Tabakovic unmittelbar nach Spielschluss. Zwar hatte sein FC Black Stars den SC Cham im letzten Match des Kalenderjahres mit 3:1 bezwungen, doch der Trainer bedauerte, «dass wir keine Spannung mehr aufbauen konnten. Ich hätte zur Pause eigentlich sieben Spieler rausnehmen können.» Der Grund für die mentale Müdigkeit der Sterne ist die Tatsache, dass das Team 2019 praktisch durchgespielt hat. Nach der letzten 1.-Liga-Saison standen vier Playoff-Spiele auf dem Programm, die am zweiten Juniwochenende im Aufstieg in die Promotion League gipfelten. Bereits zehn Tage später begann die Saisonvorbereitung.

Die personell kaum veränderten Black Stars nahmen den Schwung mit und überraschten die Konkurrenz mit guten Resultaten. Mitte der Hinrunde geriet man dann in ein Leistungsloch, ehe zum Ende nochmals alle Reserven mobilisiert wurden und sich das Team auf Rang 5 kämpfte. «Ich bin sehr zufrieden. Wenn man sich anschaut, was für Mannschaften hinter uns klassiert sind, war das ein ganz starkes Halbjahr», lobt der mit Komplimenten nicht gerade hausierende Tabakovic.

Defensive Stabilität, offensive Magerkost

Während bei den Black Stars der Ball nicht rollt, wird hinter den Kulissen am Team für 2020 gebastelt. Das knappe Kader soll um drei oder vier Spieler ergänzt werden. Dazu ist die Zukunft des prominentesten Neuzugangs der Vorrunde, Gonzalo Zarate, noch nicht geklärt. «Ich würde ihn gerne behalten», meint Tabakovic.

Drei Ränge weiter hinten ist die U21 des FC Basel nach 17 von 30 Runden klassiert. «Unsere Platzierung ist korrekt», meint Arjan Peço zur Ausbeute. Was die fussballerischen Darbietungen seiner Equipe angeht, äussert er sich weit weniger nüchtern: «Die Jungs haben ein paar sehr gute Auftritte gezeigt, das macht mich sehr stolz! Man darf nicht vergessen, dass wir die jüngste Mannschaft der Promotion League stellen.» Auch weitere Zahlen stechen ins Auge: Positiv sind die 18 Gegentore, nur der souveräne Leader Yverdon hat eine statistisch bessere Abwehr als der FCB. «Bereits in der Rückrunde der Vorsaison haben wir unsere Verteidigungsstrategie erfolgreich korrigiert und sind damit weitergefahren», verrät Peço. Das primäre Augenmerk im rotblauen Defensivverhalten ist es nun, das Zentrum zu schliessen, was dem Team zu deutlich mehr Stabilität verholfen hat.

Mit nur 21 Plustoren gehört der Basler Nachwuchs dagegen zu den offensiv schwächsten Mannschaften der Liga. Lediglich Schlusslicht Münsingen hat seltener in die gegnerischen Netze getroffen (19). «Uns fehlt ein Knipser, das ist nichts Neues», sagt der Trainer. Der rotblaue Trainingsbetrieb wird bis am 13. Dezember aufrecht erhalten. Auch ein paar Testspiele stehen noch auf dem Programm. Der Schwerpunkt ist klar: Man will torgefährlicher werden. «Aber nicht auf Kosten der defensiven Stabilität», wie der Trainer ausdrücklich betont.

Ein echter Goalgetter und eine gute Mischung

Keine Probleme mit dem Toreschiessen hatte dagegen der SV Muttenz in der 1. Liga – auch weil der Aufsteiger mit Manuel Alessio über einen echten Goalgetter verfügt. Doch nicht nur deswegen legten die Rotschwarzen eine starke Hinrunde hin und belegen Rang 7 – mit zehn Punkten Abstand auf die Abstiegsränge. «Ich bin sehr zufrieden. Das ist über meinen Erwartungen», gibt Sportchef Atilla Sahin offen zu. Schliesslich hatte der SVM nur Perspektivspieler und Akteure aus tieferen Ligen verpflichtet. «Die Neuen haben Druck auf die 1.-Liga-erprobten Arrivierten gemacht und dadurch das Niveau angehoben», erklärt der Sportchef. Auch in der zweiten Saisonhälfte will der SVM konkurrenzfähig bleiben, ohne die eigene Identität zu verlieren.

Der Einbau eigener Junioren bringt dem Verein mehr als Schnellschüsse an der Transferfront. «Wir dürfen nicht kurzfristig denken», warnt Sahin, der aber weiss, dass es auf 1.-Liga-Stufe weit schwieriger ist auf den Nachwuchs zu setzen als in der 2. Liga interregional. «Wir bewegen uns auf einem schmalen Grat!»

Was Saisonhälfte zwei betrifft, hebt Sahin den Mahnfinger: «Wir dürfen ja nicht glauben, wir hätten den Klassenerhalt bereits geschafft. Wir müssen enorm viel arbeiten – nur so bleiben wir in der Liga!»

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