Gleich zwei Baustellen hat der Kanton Baselland derzeit in Laufen. So wird die Röschenzstrasse umfassend saniert, was voraussichtlich bis Februar 2021 dauern wird. Das umfassendste Bauprojekt, das der Kanton aber derzeit realisiert, ist der Neubau der Sekundarschule Laufen. Rechnet man die Kosten des Abrisses der alten Gebäude und andere Vorarbeiten dazu, so kommt der Bau voraussichtlich auf rund 40 Millionen Franken zu stehen. Den Projektwettbewerb (mit 98 Teilnehmenden!) hat das Architekturbüro Thomas Fischer (Zürich) gewonnen.

Als Erstes wurde im Sommer 2017 das alte Aula-Gebäude abgebrochen, gleichzeitig wurden Werkleitungen erstellt. Es folgten der Aushub sowie die Bohrungen für die Erdwärmesonden. Die Pfahlfundation konnte termingerecht abgeschlossen werden – dies bei laufendem Schulbetrieb. Die Bohrpfähle leiten die Lasten der Stützen und der Wände im Untergeschoss mittels Bohrpfählen in den Untergrund ab. Die Pfähle werden in den Felsen, der etwa zwölf Meter unter der Bodenplatte liegt, eingebunden. Damit ist das Schulgebäude erdbebensicher. Im Erdbebenlastfall übernehmen die Pfähle unter den Windverbänden die auftretenden Zugkräfte.

Wasserschäden nach starken Regenfällen

Die Sommerferien wurden genutzt, um die Arbeiten zügig voranzutreiben. Anders als an anderen Baustellen gab es hier keine Sommerpause. Gemäss Projektleiter Andreas Schlittler des Baselbieter Hochbauamts ging es anfangs zügig voran. Ende Mai bereits konnte Aufrichte gefeiert werden. Allerdings kam es trotzdem zu Ver-zögerungen: «Mehrere starke Regenfälle sorgten in den vergangenen Wochen für diverse Wasserschäden.» Schlittler ist aber zuversichtlich, den Zeitplan einhalten zu können, sodass der Schulbetrieb nächstes Jahr aufgenommen werden kann. Die Einweihungsfeierlichkeiten sind für das zweite Quartal 2020 geplant.

Der Baulärm sei nun, in der Hochbauphase, kein Thema mehr. Zu Beginn, bei den Abbruch- und Aushubarbeiten seien die Lärmemissionen hoch gewesen. Trotzdem verlief der Schulbetrieb «unverändert und ohne grosse Störungen», so Schlittler weiter. Allerdings müssen die Sekschüler vorerst auf die Sportanlagen verzichten, dies auch im noch jungen Schuljahr 2019/20. Als Ersatz fand man Lösungen in den Hallen des Gymnasiums, der Primarschule und im Schwimmbad, führt Schlittler weiter aus.

Um den Schulbetrieb während der Bauarbeiten zu gewährleisten, erfolgte die Ausführung in zwei Bauabschnitten. Der erste Abschnitt läuft derzeit und umfasst den eigentlichen Neubau, während der zweite Bauabschnitt den Rückbau des Bestandes und die Erstellung der Aussensportanlagen und der restlichen Umgebungsfläche umfasst.

Sek Laufen bisher auf sechs Gebäude verteilt

Im neuen Schulhaus sollen künftig 18 Sekundarschulklassen geführt werden. Möglich ist eine spätere Erweiterung auf 27 Klassen. Statt in sechs Gebäuden wie bisher werden die Schülerinnen und Schüler der Sek Laufen künftig in einem einzigen Gebäude unterrichtet, ganz nach dem Motto «Schule unter einem Dach». Die Umgebungsgestaltung wird nach der Eröffnung des Schulhauses in Angriff genommen. Der Pausenplatz mit Pausendächern und Gehölzgruppen ist so dimensioniert, dass dieser mit geringfügigen Anpassungen auch bei einer allfälligen späteren Erweiterung genutzt werden kann.

Der Kanton Baselland hat die Sekundarschulen im Jahre 2011 übernommen. So ist die Sek Laufen auch nicht das einzige derartige Projekt, sagt Andreas Schlittler weiter. Ebenfalls im Bau befindet sich die Teilsanierung und Erweiterung der Sekundarschulanlage Gelterkinden. In der Submissionsphase steht die Sekundarschulanlage Lärchen in München-stein, wo eine Sanierung und Ergänzung geplant ist.

Ebenfalls in der Vorprojektphase befindet sich die Sekundarschulanlage Bachmatten und die Gesamtsanierung des Schulhauses Lochmatten in Reinach. Eine Gesamtsanierung ist auch für das Sekundarschulhaus Frenke in Liestal geplant (zurzeit in der Projektphase). Diese Projekte sollen bis spätestens 2025 realisiert sein. Die Gesamtkosten betragen – einschliesslich der Sek Laufen – rund 125 Millionen Franken.