Frenkendorf

Die Garage Keigel wirbt für ihr Angebot Auto im Abo – wie genau funktioniert das?

Garage Keigel wirbt für ihr Angebot Auto im Abo. (Symbolbild)

Garage Keigel wirbt für ihr Angebot Auto im Abo. (Symbolbild)

Weshalb gerade jetzt eine Frenkendörfer Garage dafür wirbt. Für den VCS ist dieses Modell «nicht revolutionär».

In der Coronakrise verzichten viele sonst regelmässige Benutzerinnen und Benutzer des öffentlichen Verkehrs auf Fahrten in Bahn, Bus und Tram. Je nach Situation legen sie Strecken lieber im Auto zurück. Nun rührt die Garage Keigel aus Frenkendorf die Werbetrommel für ihr Angebot Auto im Abo. «Ein Auto über eine kürzere Frist zu besitzen, liegt schon länger im Trend», sagt CEO Christoph Keigel. Damit soll eine Lücke zwischen Leasing und Miete geschlossen werden.

Auf den einzelnen Kunden eingelöst

Das Auto-Abo umfasst sämtliche Kosten, ausser Treibstoff oder Strom bei Elektromobilen, die zur Wahl stehen; für Gewerbebetriebe sind Nutzfahrzeuge verfügbar. Das Auto wird auf den einzelnen Kunden eingelöst. Die Buchung erfolgt online, die Übergabe persönlich. Wenn das Abonnement ausläuft, gibt der Kunde das Auto zurück. Der administrative Ablauf für Nummernschild, Versicherung, Steuern nimmt den umgekehrten Weg wie beim Einlösen.

Derzeit gilt eine Mindestlaufzeit von drei Monaten. Die Garage mit Sitz in Frenkendorf zieht in Betracht, sie auf einen Monat zu verkürzen, wenn sich das als Bedürfnis herausstellen sollte. Sie bietet zudem eine Flexi-Option an, die während der Abodauer jeden Monat einen Wechsel des Fahrzeugtyps ermöglicht. Laut Christoph Keigel ist das nur machbar, weil sie auf einen grossen existierenden Fahrzeugbestand bauen können.

Von der Garage Keigel sind derzeit bereits 20 Autos mit Abonnement unterwegs. «Dies ist nicht ein riesiger Markt, aber ein spannender für neue Mobilitätskonzepte», erklärt CEO Keigel. Ausprobieren und sich damit als Anbieter zeitgemässer Mobilitätslösungen gut positionieren zu können, lautet seine Devise.

Abonnement entspricht dem früheren Vollleasing

Für Werner Schmid, Verwaltungsratspräsident der gleichnamigen Garage in Reinach, ist das Auto-Abo nichts Neues. Ein solches führten sie schon seit etwa zwei Jahren in Zusammenarbeit mit der AVB Autovermietung, hätten es bis jetzt aber nicht gross propagiert. «Abos ab sechs Monaten bieten wir nur über Kundenkontakte an. Wir wollen zuerst in Ruhe Unterlagen erarbeiten, damit wir bei derartigen Geschäften juristisch abgesichert sind.» Es müssen alles Autos sein, die unter Werksgarantie laufen. So kann die Garage Schmid nicht durch unvorhergesehene Reparaturen überrascht werden. Gemäss Werner Schmid entspricht das Auto-Abo dem früheren Vollleasing, bei dem alle Kosten ausser Benzin gedeckt sind.

Die Garage Buser aus Ormalingen hat zwar noch kein pfannenfertiges Konzept für ein Auto-Abonnement. «Aber es ist nicht ausgeschlossen, dass wir das für die Zukunft vorsehen», sagt Inhaber Arno Schmidli. Wenn das Auto eines Kunden kaputtgeht, dieser ein neues kaufen will und länger darauf warten muss, bietet die Garage Buser Hand für eine Ausleihe als Übergangslösung.

Die Sektion beider Basel des Autogewerbeverbandes Schweiz, der hiesige Garagisten als Mitglieder angehören, hat keine Übersicht, wie verbreitet Auto- Abonnements in der Region sind. Deshalb kann Geschäftsführerin Monique Baldinger keine Angaben machen.

Auto-Abo statt im ÖV: «Wir hätten keine Freude»

«Nichts Revolutionäres», meint Florian Schreier zu dieser Art von Abo. «Das ist ein Angebot wie jedes andere auch.» Der Geschäftsführer des Verkehrs- Clubs (VCS) beider Basel betont, dass man nicht dahinsteuern sollte, ein Auto selber zu besitzen, sondern eines teile für Dinge, für die man ein Fahrzeug benötige.

«Wenn Leute zu Gunsten eines Auto-Abos vom ÖV aufs Auto umsteigen würden, hätten wir keine Freude.» Schreier glaubt aber, dass dies keinen grossen Einfluss haben wird. Er konstatiert: Auch ohne solche Abonnements nehmen die gefahrenen Kilometer pro Kopf im Baselbiet deutlich zu – viel stärker als die Bevölkerung. «Das zeigt, dass mehr Auto gefahren wird und es mehr Autos gibt.» In Basel-Stadt gehe es in die andere Richtung. Politische und infrastrukturelle Gründe seien massgebend, ob jemand aufs Auto umsteige oder nicht.

Dazu erwähnt der VCS-Geschäftsführer ein Beispiel: das Läufelfingerli. «Wenn die S9 zum x-ten Mal wieder ausfällt aus welchen Gründen auch immer, dann nimmt man eben das Auto, um ans Ziel zu kommen.»

Meistgesehen

Artboard 1