Wie weiter am Kantonsspital Baselland (KSBL)? Nach dem Basler Nein zur Spitalfusion und dem Abgang von KSBL-Präsident Werner Widmer informierte Gesundheitsdirektor Thomas Weber (SVP) am Donnerstag im Landrat, wie es mit dem serbelnden Spital weitergehen soll.

Zur Frage, ob nun auch die Trennung der 2012 zusammengeführten KSBL-Standorte Laufen, Liestal und Bruderholz ein Thema sei, sagte Weber: Man schaue nun alle Optionen an. Ungewöhnlich scharf fügte er an: «Der Landrat hätte 2012 nicht gleichzeitig Auslagerung, neue Spitalfinanzierung und Fusion der drei Standorte beschliessen sollen. Das war ein Riesenfehler.»

Laut Weber liegen die stationären Fallzahlen für 2018 vier Prozent unter dem Vorjahr. Gemäss provisorischem Jahresabschluss wird das KSBL einen operativen Verlust von 12,2 Millionen Franken schreiben. Inklusive angefallener Betriebskosten für das gescheiterte Fusionsprojekt und Abschreibungen auf solche Investitionen steigt der Verlust allerdings auf 19,5 Millionen.

Für die Fusionsvorbereitungsarbeiten hat das KSBL seit 2015 insgesamt rund 13,5 Millionen Franken ausgegeben, der überwiegende Teil davon entfällt auf Beratungs- und Personalaufwand.

Muss nun der CEO gehen?

Zur Frage, ob nach dem sofortigen Abgang von Verwaltungsratspräsident Widmer per Ende Februar auch Wechsel in der Geschäftsleitung angezeigt seien, sagte Weber: Es wäre ein Fehler, gleichzeitig die Führung auf strategischer und auf operativer Ebene abzulösen. «Selbstverständlich prüfen wir alle Optionen, die zur Stärkung des Spitals beitragen.»

Was als Misstrauensvotum an die Adresse von KSBL-Chef Jürg Aebi interpretiert werden könnte, relativierte Weber sogleich, indem er anfügte: «Es ist nicht so, dass Aebis Tätigkeit nur auf die Fusion ausgerichtet war.» Demgegenüber begründete VR-Präsident Widmer seinen Rücktritt explizit damit, dass er mit seinem Projekt – der Spitalfusion – gescheitert sei.

Weber betonte, dass aktuell im KSBL-Verwaltungsrat Kompetenzen fehlen würden; Widmer habe operativ Spitäler geleitet und sei ein ausgewiesener Fachmann. Bis im April will die Regierung entscheiden, wie es im Verwaltungsrat weiter geht.

Zumindest ein Bekenntnis gab Weber im Parlament bereits ab: «Ich hoffe, dass die Präsidentin ad interim Madeleine Stöckli die definitive Verwaltungsratspräsidentin sein wird.»