Spektakel

Die grossen Spiele sind angerichtet – Augusta Raurica ist für das 24. Römerfest gerüstet

Das Römerfest 2018 in Augusta Raurica.

Die Wetteraussichten fürs Wochenende sind gut, Augusta Raurica ist für den Publikumsansturm aufs 24. Römerfest gerüstet.

Ab morgen ist Baselland für zwei Tage ganz und gar in römischer Hand – wie stets Ende August. Es ist wieder Zeit für das grosse Römerfest in Augusta Raurica. Inzwischen zum 24. Mal findet das Spektakel auf dem Gelände der Römerstadt oberhalb von Augst statt – erstmals mit der bz als Medienpartner (siehe Box links). Ein Spanferkel dreht über offenem Feuer, Strassenmusiker spielen ihre Weisen und eine bis an die Zähne bewaffnete Legion exerziert auf dem Waffenplatz.

Derweil führen Bauchtänzerinnen ihre anmutigen Tänze auf. Ein angeketteter Sklave wird durchs Festgelände geführt, Händler kreischen, ein Gaukler gaukelt. Und Hadrian, umringt von seiner Prätorianer-Leibgarde, empfängt zur kaiserlichen Weihe, während die Hufe der Kavallerie durch die Arena donnern und Gladiatoren im eindrucksvollen Halbrund des Theaters um ihr Leben kämpfen.

Das Römerfest im antiken Augusta Raurica, der Römerstadt, die einst über 10 000 Einwohner zählte, ist das grösste der Schweiz. Und mit erwarteten 20 000 Besuchern ist es der grösste wiederkehrende Familienanlass der Region. Über 1000 Mitwirkende sorgen für Unterhaltung und Spektakel. Sie kommen aus Historiker- und Handwerkerkreisen, der Reenactment-Szene, der Archäologie und der Gastronomie. Denn natürlich sollen auch die lukullischen Genüsse nicht zu kurz kommen, und das Angebot an Speis und Trank umfasst weit mehr als das eingangs erwähnte Spanferkel.

Die Angebote auf dem Römerfest-Gelände, inklusive Programm, finden Sie hier.


  

Spass mit Lerneffekt: Authentisch bis ins Detail

Alltag Das Römerfest hat sich auch dadurch einen Namen gemacht, dass es authentisch bis ins kleinste Detail ist. «Das Römerfest macht Spass, und wer will, kann dabei ziemlich viel lernen», sagt Kommunikationschefin Karin Kob. Dazu gehören die zahlreichen Handwerkstände, die Aspekte aus dem römischen Alltag möglichst präzise nachzeichnen, sei es Töpferei, die Lederverarbeitung, die Glasblaserei, die Färberei oder die Seilerei. Archäologen begleiten und kommentieren zahlreiche Tätigkeiten. «Das hebt uns von anderen Festen ab», so Karin Kob.

Weitere tiefe Einblicke gewähren etwa Legionäre, die den Besuchern die römische Vermessungstechnik im Lager erklären («Labor Agrimensorium», Pratum, Samstag 11.30 Uhr, Sonntag 11.45 Uhr), oder der Capsarius, die römische Version des Sanitäters, der die Besucher in die römische Notfallapotheke einführt (Labor Capsarii, Pratum, Samstag 15 Uhr, Sonntag 14.30 Uhr). 


   

Völkerverständigung mit Schwert und Speer

Direkt aus Moskau «In aciem venite, ad arma, gladios stringite, scuta permite!» Wenn Legionäre aus aller Herren Länder nach Augusta Raurica kommen, vereint sie nur eine Sprache: jene des antiken Roms. Und die lateinisch gebrüllten Marschbefehle sind nicht nur für die Ohren des Publikums spektakulär: «Wir betreiben hier Völkerverständigung», betont Karin Kob, die Kommunikationschefin von Augusta Raurica.

Denn eine «Legion» reist eigens aus Moskau nach Augst, eine andere aus Schweden. Kob: «Das Römerfest hat einen derart guten Ruf in der Szene, dass wir aus den besten Darstellern aussuchen können.» Die schwedische Legion ist übrigens erstmals in Augusta Raurica am Start.

Das gilt auch für den Stand namens «Crimina». Hier erleben die Besucher das Genre des Krimis auf römisch. Schliesslich gab es auch im alten Rom Totschlag, Mord und Fahndungslisten.

Ebenfalls eine Premiere feiert der Wettkampf der Römerstädte Basel und Köln. In einem Duell, das so neu ist, dass nicht einmal Karin Kob genau sagen kann, was die Zuschauer erwartet, treten die Unis von Basel und Köln in einen archäologischen Wettstreit (Certamen Coloniarum, jeweils ganztägig). Möge die bessere Alma Mater gewinnen.


   

«Fussballstars» der Antike

Gladiatoren Im Mittelpunkt des diesjährigen Römerfests stehen die Gladiatoren. Die Vorführungen finden samstags (12 und 14 Uhr) und sonntags (11.15 und 13.15 Uhr) im Theater statt. Dabei sind sie keine reine Show, sondern werden von Archäologen kommentiert und erklärt. Hinter den Visieren stecken die Darsteller von Amor Mortis aus Deutschland. Die Kampfschule hat sich auf die Darstellung freiwilliger Gladiatoren um 79 n. Chr. und deren Kampftechniken spezialisiert hat. Wie heute die Fussballstars wurden in der Antike die Gladiatoren, die zu Volkshelden stilisiert.


   

Kinder an die Zügel

Wagenrennen Das Römerfest ist vor allem ein Fest für die ganze Familie. An über 30 Mitmachstationen tauchen die Kinder in die Welt des antiken Roms. Vom Bleigiessen bis zum Knochenschnitzen. Und von der Fibelschmiede bis zum Speerwurf. Einen besonders unterhaltsamen Wettkampf versprechen die Streitwagenrennen für Familien. Die Zügel halten nämlich die Kinder in der Hand. Sie lenken ihre Eltern, die für den Antrieb zuständig sind.

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