Tor zum Bachgraben

Die Grünen Allschwil wollen den Turm von Herzog & de Meuron verhindern

Vis-à-vis dem Gartenbad Bachgraben wollen Herzog & de Meuron bauen. Das dürfen sie auch künftig – vielleicht aber nur halb so hoch.

Vis-à-vis dem Gartenbad Bachgraben wollen Herzog & de Meuron bauen. Das dürfen sie auch künftig – vielleicht aber nur halb so hoch.

Das 40-Meter-Hochhaus, das Herzog & de Meuron als Tor zum Bachgraben planen, kommt wohl doch an die Urne.

Also doch. Die Allschwilerinnen und Allschwiler haben das letzte Wort beim Hochhaus am stadtseitigen Eingang zum Bachgraben. Die Grünen ergreifen das Referendum gegen den Quartierplan Alba. Das hat der Parteivorstand am Montag einstimmig beschlossen. Der Quartierplan, der einen 40-Meter-­Turm vorsieht, war vergangene Woche vom Einwohnerrat genehmigt worden. Die Neubauten stammen aus der Feder von Herzog & de Meuron. Das Basler Architekturbüro tritt auch als Investor auf.

«Wir machen uns grosse Sorgen wegen des Verkehrs», sagt Simone Meier, Co-Präsidentin der Grünen Allschwil, zur bz. «Das Verkehrsaufkommen wird mit dem starken Ausbau im Bachgraben-Gebiet nicht mehr bewältigbar sein. Schon heute leiden die angrenzenden Quartiere unter Staus.» Ein weiteres Problem ist laut Meier, dass die Infrastruktur nicht mithalten könne: «Wir stossen auch anderswo an Grenzen. Der Wohnraum wird knapp und es mangelt an Schulraum.»

Quartierplan brauchte es wegen des Flughafens

Der Quartierplan Alba deckt nur rund einen Zehntel des sogenannten Baselink-Areals ab. Auf ihm entstehen unter anderem Neubauten für das Schweizerische Tropeninstitut, den Innovationspark Nordwestschweiz und zwei Parkhäuser.

Südlich des Baselink-Areals wird ebenfalls gebaut. So will Idorsia seinen Hauptsitz auf 40 Meter aufstocken. Auch beim Quartierplan Idorsia sind die Grünen auf die Bremse getreten: Sie brachten im Einwohnerrat ihren Antrag durch, der eine stärkere Beschränkung des Autoverkehrs verlangt.

Baselink-Grundeigentümer ist das Bürgerspital Basel

Anders als die anderen Flächen wurde die nördlichste Parzelle nicht im Baurecht abgegeben, sondern veräussert. Herzog & de Meuron haben für das Vorhaben die JP Bachgraben AG (J für Jacques, P für Pierre) gegründet. Die anderen Baselink-Bauherren erstellten keine Quartierpläne. Bei der HdM-Parzelle wurde er notwendig, weil die Regelbauhöhe, 20 Meter, um das Doppelte überschritten werden soll. Ab 40 Metern ist definitiv Schluss, wegen des nahen Euro-Airports.

Die Allschwiler Gemeindepräsidentin Nicole Nüssli (FDP) sagt zur bz, ein erfolgreiches Referendum wäre «eine verpasste Chance». «Nur dank des Quartierplanverfahrens hatten wir als Gemeinde überhaupt die Möglichkeit mitzubestimmen. So haben wir uns etwa beim Investor für vergünstigte Mietflächen für unsere KMU eingesetzt – mit Erfolg.» Ein Nein zum Quartierplan würde sie als Signal an die Gemeinde interpretieren: «Hört auf zu entwickeln!»

Auch beim Verkehr sei vieles im Gange, sagt Nüssli: «Das Allschwiler Stimmvolk hat 12 Millionen Franken für den Ausbau des Hegenheimermattwegs gesprochen. Es hat Platz für den ÖV, für den Langsamverkehr und für ein künftiges Tram. Auch der Autobahnzubringer Bachgraben ist in Planung. Aber das steht alles nicht von heute auf morgen, sondern braucht Zeit.»

Herzog & de Meuron haben sich ebenfalls Gedanken zum Verkehr gemacht. So sehen sie unter anderem grosszügige gedeckte Veloabstellplätze und Duschen für Zweiradpendler vor.

Auch bei einem Nein würde gebaut, aber weniger hoch

Die Grünen haben nach der morgigen Publikation der Einwohnerratsbeschlüsse im Amtsblatt 30 Tage Zeit, 500 Unterschriften zu sammeln.

Auch bei einem Nein zum Quartierplan Alba dürften Herzog & de Meuron bauen. Einfach in Regelbauweise – die Gebäude würden dann 20 Meter hoch.

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