Gleichstellungsinitiativen

Die katholischen Kirchenräte beider Basel empfehlen grünes Licht

Im Januar reichten Anita Lachenmeier (von links), Sylvia Debrunner, Oswald Inglin, Matthys Klemm, Christoph Gysin und Lisbeth Bieger die 2900 Unterschriften der beiden Gleichstellungsinitiativen ein.

Im Januar reichten Anita Lachenmeier (von links), Sylvia Debrunner, Oswald Inglin, Matthys Klemm, Christoph Gysin und Lisbeth Bieger die 2900 Unterschriften der beiden Gleichstellungsinitiativen ein.

Gleichstellungsinitiativen wollen die Behörden der Römisch-Katholischen Kirchen Basel-Stadt und Baselland verpflichten, darauf hinzuwirken, dass Frauen und Verheiratete Priester werden können. Dies sei rechtsgültig, empfehlen die Kirchräte den Synoden.

Die «kirchlichen Gleichstellungsinitiativen» in der Römisch-katholischen Landeskirche des Kantons Baselland (RKLK BL) und in der Römisch-katholischen Kirche des Kantons Basel-Stadt (RKK BS) hat den juristischen Segen der jeweiligen kirchlichen Exekutive: Sowohl der Landeskirchenrat BL als auch der Kirchenrat BS beantragen übereinstimmend den jeweiligen Synoden die Rechtsgültigkeit. Allerdings hatten die kirchlichen Behörden auch wenig andere Möglichketen, denn einer Initiative könne die Rechtsgültigkeit nur verweigert werden, wenn sie etwas offensicht Rechtswidriges verlange, erklärt Patrick Schäfli, Verwalter der RKLKBL – also etwas, das der kirchlichen Lehrmeinung widerspricht. Zwar liegt das Ziel, das Zölibat abzuschaffen und Frauen als Priesterinnen zuzulassen keineswegs auf der Linie des Vatikans. Doch die Gleichstellungsinitiative verlangt nur, dass die Kirchenleitungen Gespräche mit diesem Ziel aufnehmen sollen.

Erklären die Baselbieter und dei Basel-Städter Synode am 27. November respektive am 3. Dezember die unformulierte Initiative als rechtsgültig, muss sie als Kirchenverfassungs-Artikel ausformuliert werden. Dieser wird dann nach einer materiellen Diskussion in den Synoden später dem Volk – den Kirchenmitgliedern, die älter als 16 Jahre sind – zur Abstimmung vorgelegt. Bei Annahme wird der Auftrag an die Exekutive in die jeweilige Kirchenverfassung aufgenommen.

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