Bubendorf

Die Kirchenglocken erklingen in Bubendorf weiterhin in der Nacht

Kirchenglocke (Symbolbild)

Kirchenglocke (Symbolbild)

In bubendorf werden die Glocken weiterhin auch während der Nach läuten. Die Gmeindeversammlung lehnte den Antrag von zwei Bubendörfer, die Glocken nachts ruhen zu lassen, wuchtig ab.

Alles dreht sich. Und alles dreht sich um Glocken. Adäquat, meinte Gemeindepräsident Erwin Müller, steige man denn auch in diese Gemeindeversammlung: Mit einem Glockenspiel, einem Rad, an dem Glocken hängen und mit Bimmeln auf die Drehbewegung des Gemeindepräsidenten reagieren. So sorgte er für Ruhe in den Reihen, um in die Versammlung zu starten.

Mit Glocken, die Müller im Gegensatz zur Kirche als weltlich taxierte, ging es weiter, was ein Grund für den Aufmarsch von knapp über 100 Stimmberechtigten war. Denen ging es um die traktandierten Anpassungen im Polizeireglement. Der Vorschlag des Gemeinderates, namentlich Artikel 4, Absatz 8: Das Läuten (Zeitschläge, kirchliche Anlässe, Betzeitläuten, spezielle Anlässe, etc.) der Kirchenglocken ist ohne zeitliche Einschränkung erlaubt.

Antrag abgeschmettert

Genau dagegen suchten sich zwei Bubendörfer zu wehren, denen die nächtlichen Glockenschläge den Schlaf raubten. Im Sommer bei offenem Fenster zu schlafen sei für manch einen eine Schwierigkeit, hiess es in einem ersten Wortbegehren. «Wenn mir nachts alle 15 Minuten ins Gewissen geläutet wird, dass schon wieder eine Viertelstunde von meiner Schlafenszeit verstrichen ist, finde ich das übertrieben.» Schliesslich habe man, ergänzte die Kritikerin, unzählige Zeitanzeigen in der Wohnung – und zählte alles auf, vom Wecker bis zur Eieruhr.

Glocken aber sind beliebt in Bubendorf. «Sie gehören doch einfach zu uns», betonte eine Votantin und forderte die Beibehaltung der Geläuterlaubnis – wozu es schliesslich auch kam. Der Antrag, das Läuten nur mit Ausnahme der Ruhezeiten von 22 bis 6 Uhr zu erlauben, wurde in aller Deutlichkeit abgeschmettert.

Neues Feuerwehrfahrzeug

Doch eine Gemeindeversammlung wäre keine vollständige Gemeindeversammlung, wenn es neben dem Weltlichen nicht auch um das Finanzielle gegangen wäre. Hierfür war die Feuerwehr Wildenstein verantwortlich, die einen Kredit über 180 000 Franken für ein sogenanntes Modul-Rüst-Fahrzeug begehrte. Diesem wurde, einstimmig wohlbemerkt, zugestimmt.

Zum Ende ging es dann – zumindest im übertragenen Sinn – erneut um Glocken: Abschiedsglocken. Die Gemeinderätinnen Mägi Hochuli und Beatrice Wessner werden im März nicht zur Wiederwahl antreten und zum Ende der Legislatur per Ende Juni 2012 aus der Exekutive ausscheiden. Sie sind beide seit 2000 im Gemeinderat.

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