Kritik

Die Kritik von Alt-Regierungsrat Erich Straumann irritiert seine SVP

Erich Straumann irritiert seine SVP. (Archiv)

Erich Straumann irritiert seine SVP. (Archiv)

Der Baselbieter Alt-SVP-Regierungsrat macht für Jörg Krähenbühls Abwahl auch die eigene Partei verantwortlich. Deren Exponenten sehen das anders.

«Es wäre üblich, solche Kritik erst direkt an die Betroffenen zu richten und nicht gleich an die Öffentlichkeit zu treten», kontert Thomas de Courten. Der SVP-Fraktionschef ist erstaunt über die Kritik von Erich Straumann. In der gestrigen bz machte der Alt-SVP-Regierungsrat auch die eigene Partei verantwortlich für Jörg Krähenbühls Abwahl aus der Baselbieter Regierung.

Die Partei habe die eigenen Wähler nicht mobilisieren können. Denn wer wie Krähenbühl kein Hardliner sei, habe es mittlerweile schwer in der SVP. Lieber aber suche sie bei Niederlagen die Schuld bei FDP und CVP. An der mangelnden Unterstützung sei die SVP jedoch auch selber schuld, weil sie ihre Partner regelmässig vor den Kopf stosse.

«FDP und CVP wichtiger Grund für Abwahl»

Sicher seien FDP und CVP nicht der alleinige Grund für die Abwahl, findet de Courten – «aber ein wichtiger». Deren Wähler hätten vorab für ihre eigenen Kandidaten gestimmt. In der SVP selber sei Krähenbühl jedenfalls unbestritten: «SVPler haben sicher Krähenbühl gewählt.» Den einzigen Punkt, den sich die SVP ankreiden lassen müsse, sei, dass sie mit Krähenbühl alleine Wahlkampf hätte führen müssen, ergänzt Parteipräsident Dieter Spiess. «Dann hätte er sich auch profilieren können.»

Straumanns Kritik werde nun als Anstoss zur parteiinternen Diskussion aufgenommen. «Wir diskutieren das aber nicht öffentlich via Medien.» Die SVP wolle nicht die gleichen Fehler machen wie andere Parteien, sagt de Courten. «Wir treten nach aussen hin geschlossen auf.»

Unwahrscheinlich ist, dass die SVP wegen der parteiinternen Kritik ihre Strategie für die nationalen Wahlen im Herbst grundlegend ändern wird. Spiess: «Wir tun sicher nichts, das nicht unserer Grundhaltung entspricht.» Die Partei hat bereits angekündigt, einen eigenen Kandidaten in den Ständeratswahlkampf schicken zu wollen.

«Die Rollen haben sich geändert: Wir sind nun die wählerstärkste Partei und übernehmen Verantwortung», so de Courten. FDP und CVP müssten sich entsprechend entscheiden, ob sie bürgerlich oder links sein wollten. «Angesichts der Wähleranteile haben sie selber ja sicher keinen Anspruch auf eine eigene Kandidatur.»

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