Der Gemeinderat ist seit Mitte November 2018 im Besitz eines umfangreichen Fragenkatalogs zur Kostenüberschreitung bei der Sanierung der Kunsteisbahn und beim Neubau der Eishalle. Die Stimmbürger Ruedi Graf, Stephan Marti und Thomas Martin wollen wissen, weshalb der Baukredit von 8,7 Millionen Franken stark überschritten wird. Bisher haben ihre Interventionen nichts gefruchtet. Der Gemeinderat argumentiert, er habe noch zu wenig Detailkenntnisse, um zuverlässige Aussagen zu machen.

Jetzt macht auch die Gemeindekommission Druck. Sie beantragt, dass die wichtigsten elf der insgesamt 30 Fragen des Dreierteams an der Gemeindeversammlung am Dienstag beantwortet werden. Laut Kommissionspräsident Thomas Schwab ist der Antrag mit «grossem Mehr» zustande gekommen. «Wir sind jedoch der Meinung, dass der Antrag für den Gemeinderat nicht bindend ist.» Dieser habe schon immer gesagt, er werde nicht antworten, sagt Schwab.

Das sieht Gemeindepräsident Peter Buser genauso. Mit diesem Antrag sei die Exekutive nicht verpflichtet, Antworten zu liefern. «Er ändert nichts an der Position des Gemeinderats.» Bestimmt werde es aber am Dienstagabend Infos zur Kunsti geben – eine weitere bittere Pille: Gemäss Busers Aussage dürfte die Kostenüberschreitung sogar höher sein als die bisher kommunizierten zehn Prozent.

Ruedi Graf vom Trio, das den Gemeinderat mit Fragen eingedeckt hat, begrüsst den Antrag der Gemeindekommission. Dieser sei «absolut berechtigt» und versuche, die Zurückhaltung zu verhindern, die der Gemeinderat an den Tag lege. Graf fordert, «dass der Gemeinderat endlich einmal erste Erkenntnisse zu diesem Schlamassel bekannt gibt». Er warnt: Je länger die Behörde schweige, desto mehr manövriere sie sich ins Abseits. Je später sie informiere, desto mehr Stunk entstehe.

Für die Gemeindeversammlung im Juni braut sich ein Gewitter zusammen: Dann präsentiert die Geschäftsprüfungskommission ihren Bericht zum Kunsti-Debakel, wird über den Nachtragskredit abgestimmt und nimmt der Gemeinderat zur Kostenüberschreitung Stellung.