Schulsportlager

Die Landesregierung will ihre Unterstützung nun doch verstärken – davon profitieren auch beide Basel

«Die Lager sind gerettet», bilanziert LDP-Nationalrat Christoph Eymann.

«Die Lager sind gerettet», bilanziert LDP-Nationalrat Christoph Eymann.

Vor einem Jahr klang noch alles ganz anders. Für den Bundesrat war eine finanzielle Unterstützung von Schulsportlagern kein Thema. Schliesslich seien die Kantone für das Schulwesen zuständig, antwortete er auf einen Vorstoss des Basler LDP-Nationalrats Christoph Eymann. Auch stellte die Landesregierung infrage, dass die allseits beliebten Schulsportlager tatsächlich bedroht sind.

Mit dieser Haltung stand der Bundesrat allerdings ziemlich alleine da. Auslöser war ein Urteil des Bundesgerichts von 2017, wonach Elternbeiträge nicht höher sein dürfen als die durch ein Kind während des normalen Schulunterrichts entstehenden Kosten. Heisst konkret: Die Schulen dürfen von den Eltern noch maximal 16 Franken pro Tag fordern. Bisher zahlten diese pro Tag 30 bis 40 Franken an ein Schullager ihres Kindes. In den beiden Basel hat das ungedeckte Kosten für Schullager von je rund 600 000 Franken zur Folge. Rasch wurde die Befürchtung laut, dass Kantone und Gemeinden künftig auf diese Lager verzichten könnten. Tatsächlich: Die Branchenorganisation der Gruppenunterkünfte in der Schweiz hatte bereits Anfang 2018 einen Rückgang der Buchungen festgestellt. Sie lagen rund 15 Prozent unter den Vorjahren.

Jetzt ist der Bundesrat unverhofft auf seinen damaligen Entscheid zurückgekommen. Er will Schulsportlager nun doch mit mehr Geld unterstützen. Derzeit zahlt der Bund für Jugend + SportLager (J + S) 7.60 Franken pro Tag und Teilnehmer. Der Bundesrat schlägt vor, den Betrag auf maximal 16 Franken zu erhöhen. Dies würde für die Schulen, die kantonalen oder kommunalen Behörden oder nationale Sport- und Jugendverbände gelten. Schullager seien jedoch für die Entwicklung und Sozialisation von Kindern und Jugendlichen wichtig, betont der Bundesrat in seiner Mitteilung. Sie würden den Kindern positiv prägende Erlebnisse ermöglichen.

«Doch noch Einsicht eingekehrt»

«Ich begrüsse es sehr, dass beim Bundesrat doch noch die Einsicht eingekehrt ist, dass diese Schulsportlager eine sinnvolle Sache sind», kommentiert Nationalrat Eymann. Möglicherweise habe das auch etwas zu tun mit dem Wechsel an der Spitze des Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS). CVP-Bundesrätin Viola Amherd sei vielleicht sportaffiner als ihr SVP-Vorgänger Guy Parmelin. Und als Walliserin habe sie sicher Verständnis für Skisportorte, die von solchen Lagern profitierten. Wichtiger aber sei: «Die Lager sind gerettet», bilanziert Eymann.

Gemäss Bundesrat sollen die höheren Beiträge an die Schullager aus dem Kredit für J + S-Lager finanziert werden. Das Bundesamt für Sport wird von der Erhöhung der Beiträge für J + S-Lager also nur soweit Gebrauch machen können, wie dies dauerhaft innerhalb des derzeitigen Kreditrahmens möglich ist. Ergo: Dafür müssten Mittel frei werden. Dies soll in absehbarer Zeit der Fall sein. Zwar wachse die Anzahl Teilnehmer an solchen Lagern weiterhin, allerdings nicht mehr so stark wie in früheren Jahren. Aus diesen frei werdenden Mitteln sollen die zusätzlichen Beiträge an die Lager finanziert werden.

2018 wurden für J + S-Lager rund 9,8 Millionen Franken ausbezahlt. Bei maximal neu 16 Franken pro Tag würden sich die Mehrkosten auf jährlich rund 10,8 Millionen Franken belaufen. Gestützt auf den finanziellen Spielraum im J + S-Kredit schlägt der Bundesrat jedoch vor, die Lagerbeiträge vorläufig auf höchstens 12 Franken pro Teilnehmer und Tag zu erhöhen. So belaufen sich die Mehrkosten auf 5,7 Millionen Franken pro Jahr.

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