Der 22-jährige Kevin Vieli aus Eptingen absolviert eine Lehre zum Kaufmann EFZ in den Bereichen Dienstleistung und Administration. Dies im KMU-Lehrbetriebsverbund Baselland und Umgebung, den die Wirtschaftskammer Baselland gegründet hat. An den Berufsmeisterschaften («SwissSkills») in Bern gewann der Oberbaselbieter vor zwei Wochen gegen 23 weitere Teilnehmer aus der ganzen Schweiz in seiner Kategorie Bronze.

Unterstützt wurde er während seiner Ausbildung und bei seinen Vorbereitungen auf die «SwissSkills» im jetzigen dritten Lehrjahr von der Ausgleichskasse Arbeitgeber Basel, bei der er auch seine Lehre absolviert. Im zweiten Lehrjahr hatte von der Ausgleichskasse Handel Schweiz Support erhalten, im ersten von der Handelskammer Coop.

Kevin Vieli begann mit 20 Jahren seine Lehre, nachdem er im Pro-Gymnasium gewesen war und später das Gymnasium abgebrochen hatte. Dadurch, dass er zuerst am Gymnasium war, sei er bei seinem Lehrbeginn zwar etwas älter gewesen als andere, sagt Vieli. Er habe aber andererseits den Vorteil gehabt, sich mehr Zeit für eine Berufsentscheidung lassen zu können. «Für mich war lange nicht klar, ob ich eine Lehre machen möchte. Ich wollte zuerst studieren.»

An seiner Lehre gefällt Kevin Vieli der Kontakt mit anderen Lehrlingen und Kunden sowie die Arbeit am Computer. Auch schätzt er das nötige spezifische Fachwissen, das er sich durch seine Arbeit bei der Ausgleichskasse erwirbt. Seiner Meinung nach sollte jemand, der eine kaufmännische Lehre beginnen möchte, ähnliche Interessen mitbringen wie er und auch Freude und Begabung im Umgang mit Zahlen haben, so wie auch er es hat. In seiner Freizeit ist Kevin Vieli ebenfalls gerne unter Menschen; er ist Mitglied einer Gugge, die an der Sissacher Fasnacht teilnimmt.

Auf die Frage, was ihn motiviert habe, an den «SwissSkills» Mitte September in Bern mit 1000 Lehrlingen aus 70 Berufen teilzunehmen, antwortet er selbstbewusst: «Man sagte mir, ich hätte es verdient.» Er sehe es ausserdem als Chance, sich durch die Teilnahme eine gute Visitenkarte für spätere Arbeitsstellen zu schaffen, da sie von Interesse am Fach zeuge. Um die Jury von sich zu überzeugen, musste der 22-Jährige verschiedene Aufgaben lösen wie inszenierte Kundengespräche, Teamarbeiten, das Organisieren von Geschäftsausflügen oder eine Präsentation seiner Lehre vor Publikum.

Vor allem Letzteres hat ihm seiner Meinung nach den Preis gesichert. Auf der anderen Seite habe er besonders Mühe mit den Telefongesprächen gehabt, weil Gespräche über Produktion und Lieferung nicht zu seinem Alltag gehören. Dass er mit diesen Themen konfrontiert war, liegt unter anderem daran, dass die Baselbieter Teilnehmer von der Kaffee-Firma «Chicco D’Oro» angestellt waren. Er habe, um dennoch gute Telefongespräche führen zu können, versucht, das Gelernte in die Praxis umzusetzen, obwohl er den direkten Kontakt mit der Jury bevorzuge.

Die Tatsache, dass Kevin Vieli jetzt bekannter ist und vermehrt in der Öffentlichkeit steht, stört ihn nicht. Im Gegenteil: Er erhofft sich davon, die Bronzemedaille als «Beweismittel» für seine Fähigkeiten gebrauchen zu können.