Gelterkinden

Die neue Route wurde erfolgreich eingeführt

Voller Spielfreude, dem Regenwetter zum Trotz: Windläfurzer Zunzgen.

Voller Spielfreude, dem Regenwetter zum Trotz: Windläfurzer Zunzgen.

Der Umzug in Gelterkinden mit 53 Formationen führte erstmals durch die neue Begegnungszone – das funktionierte bestens.

Mit dem montäglichen Umzug setzte die Gelterkinder Fasnacht einen ersten Höhepunkt. 53 Wagen, Guggen, Cliquen und Kleingruppen präsentierten sich dem Volk an der Strasse. Und erstmals zogen die Formationen durch die im vergangenen Jahr geschaffene Begegnungszone. Diese wurde vom Unterhaltsdienst der Gemeinde fasnachtsgerecht ausgestaltet. Namentlich die eigens zum Schutz der Pflanzen und Bäume montierten Podeste waren lange vor dem Start belegt.

Wie üblich fiel den Bewohnerinnen und Bewohnern des Behindertenheims Opalinus die Ehre zu, den Umzug zu eröffnen. Als Sujet entschieden sie sich für das neue Hallenbad. Sinnigerweise rüsteten sie sich jetzt schon mit Schwimmutensilien aus, um den Eröffnungstermin ja nicht zu verpassen. Nicht überraschend wählten mehrere andere Formationen das gleiche Thema.

Golfplatz – nein danke!

«Mir loche iih» verkündeten die drümmlige Schwybogebrünzler. Gemäss den Versen auf ihren Wagen ist der geplante Golfplatz in Wenslingen bereits Geschichte. Das Geld, meinten sie, liesse sich besser investieren:

Das Gäld für die 18 Löcher
würde si gscheiter uf Oltige schicke,
denn chönnte si ihres kaputte
Drohtseil lo flicke.

Der Skilift an der Geissfluh steht bekanntlich diesen Winter still, weil ein Fahrzeug das Tragseil der Anlage heruntergerissen hat und das Geld für die Reparatur fehlt. Die Oltiger Schnittä trugen den Schicksalsschlag mit Fassung und verteilten grosszügig das gleichnamige Original ihrer Spezialität unter das Volk.

Die Rahmdääfelifrässer trauerten wenige Wochen nach dem Abbruch der Rahmtäfelifabrik einer anderen Spezialität nach, den Gelterkinder Ruundääfeli, die jetzt in Frenkendorf produziert werden. Aber die Kleingruppe will nicht aufgeben und schrieb sich die Durchhalteparole auf die Fahnen «Mir bringe s hei».

Die Sissacher Bierstürzer, für ihre grossen Wagen bekannt, nahmen, die Ameise, das Werk eines Künstlers auf dem Zunzger Hausberg, näher unter die Lupe und stellten lapidar fest:

D Sissacher wüsses jo scho lang,
dass d Zunzger tüen spinne.
Jetzt tuet sogar scho e Ameise
dr Büchel erklimme.

Die Böckter Räbhübel-Schlurgi scheuten sich nicht, sich trotz Vogelgrippe als Hühner ins fasnächtliche Treiben zu stürzen. Sie hatten zudem die richtigen Rezepturen, wie der Seuche beizukommen ist. Die Ütiger Rueche setzten heuer total auf zeitgemässe Architektur. Die Hamburger Elbphilharmonie im Hinterkopf, kreuzten sie mit einem ultramodernen Glaspalast durch die Gelterkinder Gassen.

Die Wagengruppe Rünebärger Rueche konstruierte in Windeseile ein Gefährt und taten dem Volk kund, dass die «Bösen» am eidgenössischen Schwingfest 2022 in Pratteln in die Hosen steigen werden. Die Aerdwyybli-Waggis aus Thürnen konnten sich mit dem neuen Veloweg im Homburgertal noch nicht anfreunden. Sie meinten, er sei zu teuer – und verursache auch noch Muskelkater.

Schliesslich lüfteten die Büchel-Spränger aus Zunzgen ein Geheimnis und verrieten, dass nach der Fusion mit Sissach die Gemeinde den Namen «Zunzgssach». Ob der Nachbar den Zungenbrecher fressen wird, muss doch bezweifelt werden.

Wie alle andern Guggen paradierten auch die Zunzger Windläfurzer in farbenfrohen Kostümen und fantasievollen Larven durch das Dorf.

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