Opferhilfe beider Basel

Die Opferhilfe expandiert ins Baselbiet mit einer Zweigstelle in Liestal

«Die Zweigstelle im Baselbiet zu eröffnen, ist für uns ein Riesenschritt.»

Susanne Leutenegger Oberholzer (SP BL), Präsidentin der Opferhilfe beider Basel:

«Die Zweigstelle im Baselbiet zu eröffnen, ist für uns ein Riesenschritt.»

Die Opferhilfe beider Basel eröffnet eine Zweigstelle im Baselbiet. Ein riesiger Schritt, findet Präsidentin Susanne Leutenegger Oberholzer. neben der bestehenden Beratungsstelle am Basler Steinenring wurde eine Dependance in Liestal eröffnet.

«Es wäre hilfreich, wenn das Beratungsangebot im oberen Baselbiet vor Ort insbesondere für Kinder und Jugendliche ausgebaut werden könnte.» Diese Worte stammen aus der Feder von Susanne Leutenegger Oberholzer, Präsidentin der Opferhilfe beider Basel. Verfasst wurden sie für den Jahresbericht der Institution, Jahrgang 2010.

Gewaltbetroffenen Erwachsenen aus dem Baselbiet käme die Beratungsstelle in der Anonymität der Stadt oft gar nicht ungelegen, erklärt sie, doch für junge Menschen sei es oft ein zu weiter Weg.

Notlösungen in Liestal

Lange hatte sich die Opferhilfe darum schon mit Notlösungen in Liestal über Wasser gehalten. Immer wieder zeigte sich nämlich, dass Bedarf besteht an Hilfeleistung und Beratung – auch im Landkanton. So konnten die Berater mal hier und mal dort Räumlichkeiten für ihre Arbeit nutzen, doch wirklich glücklich habe keine davon gemacht, sagt Geschäftsführerin Esther Stich.

Und immerhin sind es rund 100 Gewaltopfer in Kindes- und Jugendalter aus dem Baselbiet, die jährlich Gebrauch machen vom Angebot der Hilfsstelle.

«Das ist perfekt»

Grund genug, zu reagieren. Dies taten auch die beiden Trägerkantone und gaben einen klaren Auftrag. Dieser wurde nun erfüllt, und gestern war es schliesslich soweit: Mit üppiger Gästeliste eröffnete die Opferhilfe ihre Dependance in Liestal. «Die Zweigstelle im Baselbiet zu eröffnen, ist für uns ein Riesenschritt», freut sich Leutenegger Oberholzer. Domizil wird der Institution von der Birmann-Stiftung in deren Räumlichkeiten an der Kanonengasse gewährt. Beide Seiten sprechen von optimalen Synergien.

Das Hauptaugenmerk der Birmann-Stiftung liegt auf der Beratung von Familien und Jugendlichen, während sich die Opferhilfe in Liestal auf ihren Fachbereich der Kinder- und Jugendberatung fokussiert. «Das ist perfekt», sind sich Kurt Lüthy, Stiftungsratspräsident bis im vergangenen Jahr, und Leutenegger Oberholzer einig: «Es ist wirklich die allerbeste Lösung», ergänzt sie.

Weiterer Ausbau möglich

Insbesondere für Kinder und Jugendliche sei die Möglichkeit, vor Ort betreut zu werden, sehr wichtig, erklärt Esther Stich: «Wir hoffen, jene zu erreichen, die nicht nach Basel kämen.» Während eines halben Tags pro Woche werden die Beraterinnen der Opferhilfe nun in Liestal zur Verfügung stehen. «So fangen wir mal an. Sollte sich zeigen, dass mehr Bedarf besteht – auch für Erwachsene etwa – können wir schnell reagieren», verspricht Stich.

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