Muttenz

Die Rütihard hätte vom Salzabbau ökologisch profitiert – nun bleibt sie eine grüne Wüste

Die Rütihard bleibt, wie sie ist.

Die Rütihard bleibt, wie sie ist.

Die «IG Rettet die Rütihard» hat die Salinen dazu gebracht, sich von der Rütihard zurückzuziehen. Die Renaturierungspläne bleiben nun auf der Strecke.

Die «IG Rettet die Rütihard» hatte vergangene Woche Grund zum frohlocken. Ihr Widerstand hatte die Schweizer Salinen dazu gebracht, auf Salzabbau auf der Rütihard zu verzichten. Auf dem Naherholungsgebiet oberhalb von Muttenz wird für mindestens 20 Jahre nicht mehr nach dem «weissen Gold» gebohrt. «Viele Menschen aus Muttenz und der Region freuen sich über die Sistierung des geplanten Salzabbaus auf der Rütihard», schrieb die IG.

Für die Umwelt ist der Rückzieher der Salinen aber nicht unbedingt eine gute Nachricht. Denn die Salinen hätten womöglich Hand geboten, um die Rütihard naturnaher zu gestalten. «Wir sahen die einmalige Chance, dass das ökologisch nicht besonders wertvolle Gebiet naturnaher wird», sagt Florian Schreier, der in der Dialoggruppe Rütihard Pro Natura Baselland vertrat. Man hätte zum Beispiel Hecken schaffen können oder die Waldränder gestufter gestalten können. Die Salinen hätten die Massnahmen als Kompensation für die Bohrlöcher finanziert. «Ihre Vertreter signalisierten uns, dass das durchaus machbar sei», sagt Schreier.

Auch die Bürgergemeinde hat(te) ein Renaturierungsprojekt

Vielleicht hätten die insgesamt mehrere Aren grossen Anlagen der Salinen sogar für eine ökologische Aufwertung der derzeit landwirtschaftlich genutzten Flächen auf der Rütihard gesorgt. Das vermutet Hans-Ulrich Studer, der Präsident der Bürgergemeinde, der das Land dort gehört. Im Muttenzer Gebiet Zinggibrunn, wo die Salinen schon lange Salz fördern, seien «Narben» im Boden entstanden. «Die Muttenzer Naturschützer sagen mir, dass sich dort viele neue Insektenarten angesiedelt haben.»
Doch mit dem Rückzieher der Salinen bleibt die Rütihard vorerst so, wie sie ist – zumal auch ein anderes Renaturierungsprojekt bedroht ist, das der Bürgergemeinde. «Unsere Absicht war, die Biodiversität zu erhöhen», sagt Studer. Ihm schwebten «Blumenwiesen und mehr Insekten» vor. «Wir wollten einfach etwas mehr Farbe in diese grüne Wüste bringen.»

Das Projekt hätte die Bürgergemeinde unabhängig von den Abbauplänen der Salinen umgesetzt, betont Studer. Trotzdem ist es sistiert. Der Grund ist der Widerstand der Pächter, unter anderem von Ruedi Brunner, Wortführer der «IG Rettet die Rütihard». Dieser meint: «Die Rütihard ist eine über Jahrhunderte gewachsene Kulturlandschaft. Das ist kein Naturschutzgebiet, sondern Landwirtschaftsland.»

Studer will jetzt den Dialog mit den Bauern suchen. «Das Projekt ist noch nicht ganz vom Tisch», sagt er. Zur Finanzierung einer Renaturierung hat er bereits Ideen. Den «hohen fünfstelligen Betrag» könnten Stiftungen mittragen, unter anderem diejenige der Schweizer Salinen, die ausdrücklich nicht nur im Zusammenhang mit Salzbohrungen Gelder vergibt.

Studer hofft auch auf die Einwohnergemeinde Muttenz: «Vielleicht ist die Allgemeinheit so generös, dass sie der Bürgergemeinde für ein tolles Projekt 50'000 Franken Steuergelder gibt. Dann wird sich zeigen, was den Leuten die Rütihard wirklich wert ist.»

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