Salinen

Die Salz-Frage auf der Rütihard bleibt offen

Die Frage, wie der Kanton die Konzession für den Salzabbau im Baselbiet verlängern soll, bleibt nach wie vor offen.

Die Frage, wie der Kanton die Konzession für den Salzabbau im Baselbiet verlängern soll, bleibt nach wie vor offen.

Nach dem Rückzug der Salinen von der Rütihard ist unklar, wie der Kanton die Konzession verlängern soll.

Der Entscheid kam für alle überraschend: Die Schweizer Salinen verzichten für mindestens 20 Jahre auf den Abbau des Salzes auf der Rütihard oberhalb von Muttenz – und das, obwohl dort die Vorbereitungsarbeiten weit fortgeschritten waren. Der Widerstand gegen die befürchtete Zerstörung des beliebten Naherholungsgebiets war zu gross geworden.

Gleichzeitig mit dem Rückzug betonten die Salinen, dass sie weiterhin an ihrer Absicht festhalten, ihre Ende 2025 ablaufende Konzession für den Salzabbau im Baselbiet verlängern zu lassen. Die Idee des Unternehmens ist, dass kommende Generationen über den Abbau der 4,5 Millionen Tonnen Salz unter der Rütihard bestimmen sollen.

Petition der FDP und der «IG Rettet die Rütihard»

Der Entscheid über die Konzessionsverlängerung ab 2026 soll noch dieses Jahr fallen, das letzte Wort hat danach der Baselbieter Landrat. Unterstützung erhalten die Salinen jetzt vom Landrat Simon Oberbeck (CVP Birsfelden). Er meint: «Vorauszusagen, wie die Lage in 20 Jahren aussieht, wäre in die Glaskugel zu schauen.» Er will sich deshalb einsetzen für eine Lösung, in der die Option Rütihard zumindest offen gelassen wird. Für Oberbeck geht es grundsätzlich um die Frage, ob das Baselbiet noch fähig sei, zukunftsgerichtete Projekte zu stemmen. «Schliesslich ist Salz unser einziger Rohstoff, und diesen Standortvorteil sollten wir nicht preisgeben.»

Simon Oberbeck, Landrat CVP

«Salz ist im Baselbiet unser einziger Rohstoff, und diesen Standortvorteil sollten wir nicht preisgeben»

«Salz ist im Baselbiet unser einziger Rohstoff, und diesen Standortvorteil sollten wir nicht preisgeben»

Im Landrat dürfte aber die Idee auftauchen, die Mirjam Würth (SP, Frenkendorf) bereits vor zwei Jahren in einem Vorstoss aufgeworfen hatte, als der Streit um die Rütihard aufflammte: In der erneuerten Konzession soll ausdrücklich festgehalten werden, dass auf dem Gebiet Rütihard kein Salzabbau stattfinden darf. Gleiches verlangte eine Petition der Muttenzer FDP und der «IG Rettet die Rütihard», die von rund 6200 Menschen unterschrieben worden ist.

Für Ruedi Brunner ist das auch nach dem Rückzug der Salinen eine sinnvolle Forderung. Der Bauer, der das Land auf der Rütihard pachtet und den Widerstand gegen den dortigen Salzabbau organisierte, sagt: «Erstens ist die Rütihard auch in 20 Jahren eine Landschaftsperle.» Und zweitens gebe es weiterhin Bedenken, ob die Rütihard tatsächlich für den Salzabbau geeignet sei. «Uns ist darum nicht klar, ob tatsächlich wir zum Rückzug geführt haben, oder ob uns die Salinen nicht nur als Sündenbock brauchen, um von geologischen Risiken zu abzulenken.»

Peter Hartmann, Landrat Grüne

«Den Ausschluss der Rütihard aus der neuen Konzession wir das Kantonsparlament zumindest anschauen müssen.»

«Den Ausschluss der Rütihard aus der neuen Konzession wir das Kantonsparlament zumindest anschauen müssen.»

Für den Grünen Muttenzer Landrat Peter Hartmann ist klar: «Der Ausschluss der Rütihard aus der neuen Konzession ist eine Frage, die das Kantonsparlament zumindest wird anschauen müssen.» Den bisherigen Beteuerungen der Salinen, wonach es nach dem Wegfall der Rütihard noch keinen Plan B gebe, traut er nicht so recht. Schliesslich habe das Unternehmen Anfangs 2017, noch vor Bekanntgabe des Projekts Rütihard, erklärt, dass der Salzbedarf für das laufende Jahrhundert gedeckt sei – und dabei die Salzvorkommen im nördlichen Bezirk Liestal oberhalb der Autobahn bei Arisdorf erwähnt.

Fünf oder siebeneinhalb Kilometer Transportweg

Auch vergangene Woche brachten die Salinen diesen Standort als Alternative nach dem Rückzug aus der Rütihard ins Spiel. Gleichzeitig machte die Unternehmensspitze klar, dass der Standort Schweizerhalle gefährdet sei, wenn demnächst die derzeit noch laufenden Abbaustandorte in der Nähe versiegen würden.

Hartmann sieht das anders und macht folgende Überlegung: Wenn man das Salz die fünf Kilometer von der Rütihard bis zur Verarbeitung in Schweizerhalle hätte bringen könne, dann könne man es auch die 7,5 Kilometer vom Standort Arisdorf entlang der Autobahn dorthin transportieren.

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