Umstrittene Radarfalle

«Die Sicht ist gut»: Baselbieter Polizei rechtfertigt fiesen Blitzer hinter Kreuzung

Die umstrittene Radar-Anlage an der Therwilerstrasse, aufgenommen aus Richtung Biel-Benken.Kenneth Nars

Die umstrittene Radar-Anlage an der Therwilerstrasse, aufgenommen aus Richtung Biel-Benken.Kenneth Nars

Die Baselbieter Polizei rechtfertigt den Einsatz des scharf kritisierten Blitzers an der Kreuzung in Biel-Benken. Weil dort besonders viele Überschreitungen gemessen werden, ist die Kontrolle verschärft worden.

Eine mobile Radaranlage sorgte in Biel-Benken für böses Blut. Gebüsste wendeten sich an die bz: Sie waren der Meinung, der Blitzer diene vor allem dazu, die Staatskassen zu füllen. Gemeint ist der Blitzer bei der Kreuzung Therwilerstrasse/Eichgasse. Komme man von der Eichgasse und wolle nach links Richtung Therwil abbiegen, schrieb ein erboster Autofahrer der bz, sei es rasch passiert, dass man etwas schneller fahre als die erlaubten 50 Stundenkilometer (siehe bz vom 9. April). Der Grund: Die Kreuzung sei unübersichtlich, deshalb sei es empfehlenswert, stark zu beschleunigen.

Nun nimmt die Baselbieter Polizei Stellung und begründet, dass das Gerät an dieser Stelle sehr wohl Sinn mache. Sprecher Adrian Gaugler stellt klar, dass es sich bei dem angenommenen «Stop» um ein signalisiertes und markiertes «kein Vortritt» handle.

Sicht ist laut Polizei gut

Des Weiteren wurde von Gebüssten behauptet, dass die Sichtweite an dieser Kreuzung nicht ausreichend sei. Gaugler sagt dazu auf Anfrage: «Die Sichtverhältnisse entsprechen vollumfänglich den erforderlichen Normwerten.»

Zudem sei an dieser Stelle zu erwähnen, dass aufgrund von früheren Rückmeldungen zur Optimierung der Sichtverhältnisse die Wartelinie bereits im Frühjahr 2018 um rund einen Meter nach vorne verschoben wurde, wodurch die Sichtweiten weiter verbessert werden konnten. «Das Radargerät ist von seinem Lichtraumprofil von Weitem erkennbar und bei gebotener Aufmerksamkeit durch den Automobilisten auch wirklich gut sichtbar», sagt Gaugler.

Hohe Übertretungszahlen

Anlässlich diverser Geschwindigkeitskontrollen musste die Baselbieter Polizei laut Gaugler feststellen, dass an der Therwilerstrasse in Biel-Benken – im Quervergleich zu ähnlichen Kontrollstellen – eine überdurchschnittlich hohe Übertretungsquote resultierte. Deshalb sei die Semi-Anlage im Dezember 2018 wieder an dieser Örtlichkeit aufgestellt worden.

«Die Übertretungszahlen sind auf einem hohen Niveau, wobei wir eine rückläufige Tendenz feststellen», sagt der Polizeisprecher. Erstmals sei die Radaranlage im Mai 2017 an dieser Strasse im Einsatz gewesen. Infolge der Bauarbeiten zwischen Biel-Benken und Oberwil sei die Therwilerstrasse stärker belastet. Diese Mehrbelastung sei für die Anwohner einschneidend spürbar, dies soll mit dem Radar gebremst werden.(oke)

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Autor

Brooke Keller

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