Leistungsaufträge

Die Spitalliste ist viel wichtiger als die Fusion

Werden die beiden kantonalen Spitallisten durch eine gemeinsame abgelöst?

Werden die beiden kantonalen Spitallisten durch eine gemeinsame abgelöst?

Es bestehen Zweifel, dass die beiden Regierungen hart durchgreifen. Die regulatorischen Möglichkeiten, die sie haben gebrauchen sie kaum, bemängelt ein Ökonome.

Wenn die beiden Gesundheitsdirektoren Lukas Engelberger (BS) und Thomas Weber (BL) hoffen, mit der Fusion des Universitätsspitals Basel und des Kantonsspital Baselland rund 73 Millionen Franken einsparen zu können, dann mag das nach viel klingen. Doch das weitaus grössere Sparpotenzial liegt beim Plan der Regierungen, die beiden kantonalen Spitallisten durch eine gemeinsame abzulösen.

Dort definieren die Kantone, welche Spitäler welche Leistungen anbieten dürfen. «Auf der Versorgungsseite spielt die Musik», sagt denn auch Klaus Kirchmayr. Der Grünen-Landrat und Finanzexperte hält die Spitalliste für das einzige Instrument, bei dem beide Basel ihre Kosten deutlich senken können. Durch eine Vergabe der Leistungsaufträge nur noch an die besten Anbieter hält Kirchmayr Einsparungen im zweistelligen Prozentbereich für möglich.

Doch werden Engelberger und Weber tatsächlich gewissen Spitälern in der Region Aufträge entziehen? Hinter vorgehaltener Hand heisst es vor allem in der Stadt, der Gesundheitsdirektor werde sich hüten, sich mit den Privatspitälern anzulegen. «Engelberger und Weber müssen erst noch beweisen, dass sie hart durchgreifen können», sagt dazu SP-Grossrat Kaspar Sutter.

Der Ökonom bemängelt, dass die beiden Kantone die regulatorischen Möglichkeiten der Spitallisten heute kaum nutzen würden. «Natürlich holt man sich bei den betroffenen Anbietern damit keine Lorbeeren», meint er. Fallen die Vergabeentscheide aber – wie von den Regierungen betont – aufgrund von neutralen Standards, müssten das die Anbieter akzeptieren. Ansonsten gäbe es ja weiter den Rechtsweg.

«Ich hoffe, die Regierungsräte zeigen Rückgrat», sagt auch Raoul Furlano. Für den LDP-Grossrat und Kinderspital-Arzt ist das Wichtigste, dass die Qualität stimmt. «Wenn ein Spital nur zwei Eingriffe einer Art pro Jahr macht, dann muss es den Auftrag eben abgeben.»

Trotz allem Sparpotenzial: Kirchmayr glaubt, dass die zunehmende Überalterung der Bevölkerung und der fortschreitende medizinische Angebotsausbau Einsparungen wieder auffressen werden. Aber: «Macht man nichts, explodieren die Kosten umso mehr.»

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